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Futter für die „Rank und schlank“-Bakterien

23.07.2019

Die Diplom-Oecotrophologin Silke Demmer-Schwarz klärte beim „Siegener Forum Gesundheit“ in der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling darüber auf, wie eine gesunde Darmflora das Gewicht beeinflussen kann.

„Abnehmen mit dem Darm“: So lautete das Thema beim jüngsten „Siegener Forum Gesundheit“, zu dem die Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen eingeladen hatte. Die Resonanz war groß: Rund 150 Gäste verfolgten den Vortrag der Ernährungswissenschaftlerin Silke Demmer-Schwarz.

In der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling stellte die Expertin das Mikrobiom in den Fokus. „Dieses wurde früher als Darmflora bezeichnet“, so Silke Demmer-Schwarz. Das Mikrobiom besteht aus Abermillionen Bakterien, die jeder Mensch in sich trägt, vom Mund bis zum Enddarm. Diese Bakterien können laut Silke Demmer-Schwarz dafür sorgen, dass ein Mensch Kalorien schlechter verwertet, also zunimmt. Sie können aber auch beim Abnehmen unterstützen. „Wie sie diese ,Rank-und-schlank`-Bakterien in Ihrem Darm vermehren können, möchte ich ihnen heute verraten“, so die Diplom-Oecotrophologin.

„Gutes Futter für den Darm“ ist insbesondere die so genannte resistente Stärke. Diese kommt beispielsweise in Hülsenfrüchten vor, aber auch in grünen Bananen und Haferflocken. Letztere solle, so die Expertin, jeder regelmäßig auf seinen Speiseplan setzen, „dann ist dem Darm geholfen“. Jedem, der mit dem Darm abnehmen möchte, empfahl Silke Demmer-Schwarz zudem, Pastinaken, Spargel, Endiviensalat, Chicorée oder Lauch zu verzehren. Darin enthalten sind „wichtige Bakterienfütterer“, wie etwa die Präbiotika Inulin  oder Oligofruktose. Statt auf ein klassisches, schwarzes Heißgetränk riet die Expertin ab und an zu einer Tasse „Ersatzkaffee“ aus der Ziccorienwurzel. Als „Helfer für den Darm“ bezeichnete sie zudem Beerenfrüchte, Karotten oder Sauerkraut. „Ganz wichtig bei letzterem: Es darf nicht erhitzt werden. Sonst werden die guten Bakterien zerstört.“

Silke Demmer-Schwarz klärte ihr Publikum auch über die Wirkweise probiotischer Milchprodukte auf: „Wer glaubt, stattdessen einfach einen normalen Fruchtjoghurt essen zu können, liegt falsch.“ Die Bakterien, die in den probiotischen Lebensmitteln vorkommen, sind mit einer Schutzschicht ausgestattet, die es ihnen ermöglicht, in den Darm zu gelangen und dort ihre Wirkung zu entfalten.

Schlechte Nachricht am Ende: Eine gute Darm-Ernährung allein reicht nicht aus, damit die Kilos schmelzen. „Wenn man zu Übergewicht neigt, hängt das auch mit der Genetik und dem Lebensstil zusammen“, so die Expertin. Wichtig sei, auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung  – mediterran orientiert – zu achten, aber auch für genügend Bewegungs- und Entspannungsphasen zu sorgen.  

Die Fragen der Besucher kreisten größtenteils um Details zum persönlichen Essverhalten, etwa, ob sich „Abnehmen mit dem Darm“ mit Laktose- oder Fruktose-Unverträglichkeit vereinen lasse. Auch beim  Thema „Süßstoff statt Zucker“ wurde nachgehakt. „Vier oder fünf Stücke Süßstoff am Tag schaden nicht“, so Silke Demmer-Schwarz. Allerdings gab sie zu bedenken, dass versteckter Süßstoff oftmals in Light-Produkten zu finden sei, „da sollte man dann vorsichtig sein bei allzu hohem Verzehr“.

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