Prostatakrebs operieren, Harnröhre erhalten: Dr. Mahmoud Farzat in den USA ausgezeichnet
Dr. Mahmoud Farzat, Chefarzt der Abteilung für Urologie am Siegener Diakonie Klinikum, ist gemeinsam mit seinem Kollegen PD Dr. Sami-Ramzi Leyh-Bannurah aus Hamburg beim Jahrestreffen der American Urological Association in Washington ausgezeichnet worden.
Die Mediziner erhielten den renommierten „Best Poster“-Preis für eine viel beachtete Studie zur Behandlung von Prostatakrebs. An dem Kongress, der zu den bedeutendsten Zusammenkünften von Urologen weltweit zählt, nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 15.000 Fachbesucher teil.
Die prämierte Studie „Total en-bloc Urethra Preservation at Robot-Assisted Prostatectomy (ToP-RAP)“ beschäftigt sich mit einer hochmodernen chirurgischen Technik zur Behandlung von Prostatakrebs, die Dr. Farzat seit mehr als zwei Jahren erfolgreich durchführt. Ziel des Verfahrens ist es, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und dabei gleichzeitig die Harnröhre zu erhalten, die für die sofortige Kontinenz nach der Operation von entscheidender Bedeutung ist.
„Wir haben hier einen Weg gefunden, den Tumor präzise zu entfernen und gleichzeitig die Lebensqualität der Patienten durch den Erhalt der anatomischen Integrität deutlich zu verbessern“, erklärt Dr. Farzat. Die Studie zeichne sich durch einen besonders hohen wissenschaftlichen Standard aus, da sie sich streng am IDEAL-Rahmen, einem international anerkannten Stufenmodell zur Einführung neuer chirurgischer Verfahren und Technologien orientiert. Zum Einsatz kamen unter anderem eine intraoperative Schnellschnitt-Untersuchung sowie eine Durchblutungskontrolle mittels Indocyaningrün-Fluoreszenz-Bildgebung.
Dass diese internationale Anerkennung ans Diakonie Klinikum nach Siegen geht, ist für das Team um „Stilling“-Chefarzt Dr. Farzat, zu dem neben PD Dr. Sami-Ramzi Leyh-Bannurah als weiterer Senior-Autor auch PD Dr. Jörn Witt (Düsseldorf) gehört, ein wegweisender Erfolg. „Die Auszeichnung unterstreicht, dass medizinische Spitzenforschung heute nicht nur an großen Universitätskliniken, sondern in hohem Maße auch hier in der Region stattfindet“, so Dr. Farzat. Das Forschungsprojekt zeige zudem eindrucksvoll, wie durch die Verbindung von robotisch-assistierter Chirurgie und innovativen onkologischen Strategien neue Standards in der Uro-Onkologie gesetzt werden können – „zum Wohle der Patienten in Siegen und darüber hinaus“.
