Neue Wege in der Pflege
„Mitreden. Mitgestalten. Pflege weiterdenken“: Unter diesem Motto stand das erste Pflegeforum am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Austausch, Information und die Entwicklung neuer Ideen standen auf dem Programm.
Unter dem Motto „Mitreden. Mitgestalten. Pflege weiterdenken“ stand das erste Pflegeforum am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Rund 40 Mitarbeitende kamen zusammen, um über Projekte aus der Pflegedirektion informiert zu werden, sich auszutauschen und um gemeinsame Ideen zu entwickeln.
Organisiert wurde das Forum von Pflegedirektor Jörg Engel. Seit vier Monaten im Amt, haben er und sein Team schon einige zukunftsweise Änderungen angepackt, wie etwa eine unkomplizierte Bewerber-Hotline via WhatsApp. Oberstes Credo in der Pflege sei, so Engel: „Wir erwarten von ihnen keine Perfektion – jedoch Engagement, Lernbereitschaft und einen respektvollen Umgang untereinander und mit den Patienten sowie Angehörigen.“
In einem kurzen Vortrag gab Engel unter anderem einen Überblick über die personelle Entwicklung am Diakonie Klinikum mit den Standorten in Siegen und Freudenberg. So sei die Zahl der Vollzeitkräfte in den vergangenen zehn Jahren von rund 330 auf mehr als 500 angewachsen. Allerdings kämpft die Pflege immer wieder mit personellen Engpässen, gerade in Urlaubszeiten oder bei Krankheitswellen. Auch ging Engel auf die sogenannte Bettkantenentscheidung ein. Diese beschreibt die morgendliche Entscheidung eines Arbeitnehmers, ob er trotz leichtem Unwohlsein zur Arbeit geht oder sich krankmeldet. Studien zeigen, dass sich rund 60 Prozent eher für eine Krankmeldung entscheiden. Um diesem entgegen zu wirken, will die Pflegedirektion am Diakonie Klinikum verschiedene Maßnahmen ergreifen. Engel: „Wir brauchen unter anderem eine offene Kommunikationsstruktur, flexible Arbeitszeiten und Führungskräfte, die als Vorbilder dienen.“ Auch der soziale Aspekt des Arbeitsplatzes sei nicht zu vernachlässigen. Um Mitarbeitende zu binden, stellte Engel insbesondere das „Pre-Boarding“ in den Fokus. „Schon vor Vertragsbeginn möchte wir unser Personal mit ins Boot holen und sie über wichtige Entwicklungen informieren.“ Zudem strebt Engel die offene Dienstplangestaltung an. Mitarbeitende können sich so selbst in die Arbeitspläne eintragen. Erst ab einem gewissen Stichtag wird die Stationsleitung hinzugezogen, um noch offene Dienste zu vergeben. „Pilotprojekte zeigen, dass dieses Konzept gut funktioniert“, so Engel. Ihm zufolge seien mit der offenen Dienstplangestaltung rund 80 Prozent der Dienstwünsche umsetzbar.
Als nächste Aktion plant die Pflegedirektion eine Klausurtagung der Stationsleitungen unter dem Motto „Pflege im Aufbruch. Wir gestalten das Morgen.“
Die Resonanz der rund 40 Teilnehmer auf die Pflegeforums-Premiere war positiv, wie Engel bilanzierte: „Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass unsere Mitarbeitenden froh darüber sind, dass wir etwas Neues angestoßen haben. Auch, wenn natürlich noch Gesprächsbedarf besteht.“ Deshalb soll die Veranstaltung nun in regelmäßigen Abständen angeboten werden.
