Das Siegener „Krönchen“ wird pink – aus einem gutem Grund
Ein pinkes Krönchen, Beflaggung am Dicken Turm, Vor-Ort-Aktionen in der City, Vorträge, Podcasts und jede Menge Information auf Social Media – die Diakonie in Südwestfalen startet im Oktober eine große Kampagne zum Thema Brustkrebs und Früherkennung. Damit reiht sich Siegen in eine wachsende Zahl von Städten ein, die im Rahmen des „Pinktobers“ gezielt auf das Thema Brustkrebsprävention aufmerksam machen
Die Farbe Pink wird dabei weltweit im Oktober zum Symbol für Solidarität mit Brustkrebspatientinnen. „Unser Ziel ist es, mit den Menschen direkt ins Gespräch zu kommen und umfassend über das Thema zu informieren. Früherkennung wird vielfach noch immer unterschätzt; dabei kann sie Leben retten“, so Dr. Michael Blazek, programmverantwortlicher Arzt in der Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland.
Jedes Jahr erkranken hierzulande 70.000 Frauen an Brustkrebs. Mehr als 80 Prozent von ihnen überleben die Erkrankung, wenn der Tumor rechtzeitig entdeckt wird. Zur Brustkrebsfrüherkennung gehört neben der monatlichen Selbstabtastung, die jeder Frau ab 20 Jahren empfohlen wird, und der regelmäßigen Krebsvorsorge beim behandelnden Gynäkologen vor allem die Mammographie, eine standardisierte Röntgenuntersuchung, die allen Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre kostenlos angeboten wird. „Allerdings nehmen nur rund 50 Prozent der Frauen dieses Angebot wahr“, konstatiert Blazek. „Das sind zu wenige, denn immer noch sterben rund 18.000 Frauen jährlich an der Erkrankung. Viele von ihnen könnten wir retten, wenn wir die Tumore früher finden würden“, ist sich der Radiologe sicher.
Aber warum schlagen so viele Frauen das Angebot zur Früherkennung aus? Gründe dafür sehen der Mediziner und sein Team vor allem in fehlender Information. Immer noch halten sich gewisse Mythen in den Köpfen und sorgen für Verunsicherung. Manche Frauen glauben fälschlicherweise, die Mammographie könne Krebs oder Metastasen auslösen – ein Irrglaube, der durch fundierte Aufklärung entkräftet werden muss. Andere Frauen halten ihr Krebsrisiko für so gering, dass die Untersuchung nicht gerechtfertigt erscheint. Wieder andere sehen im Ultraschall die bessere Alternative zur Mammographie.
Fakt sei, dass die Mammographie derzeit als einzige anerkannte und verlässliche Früherkennungsmethode gelte, führt Blazek aus. „Das bundesweite Programm des Mammographiescreenings gibt es seit mittlerweile 20 Jahren. In dieser Zeit ist die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen im Screeningalter um etwa 20 bis 30 Prozent gesunken, was maßgeblich auf dieses standardisierte und qualitätsgesicherte Früherkennungsprogramm zurückzuführen ist“, so der Mediziner. „In den Röntgenaufnahmen sind Tumore bereits ab etwa einem halben Zentimeter sichtbar – lange bevor man etwas ertasten kann.“
Sichtbar für alle Siegener wird ab dem 1. Oktober die pinke Beleuchtung des Krönchens bei Nacht sein. Die Illumination des Siegener Wahrzeichens ist ein weithin sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Einsatz gegen Brustkrebs. Sie soll Aufmerksamkeit erzeugen und einen stillen, aber eindrücklichen Appell senden. Ein sichtbares Zeichen der Hoffnung, der Solidarität und ein Aufruf an alle, die Gesundheit nicht dem Zufall zu überlassen.
