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Hirntumor: Erfahrungen austauschen und Perspektiven begegnen

05.08.2026

Andreas S. (Name geändert) gründet mit Unterstützung der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen eine Selbsthilfegruppe für Hirntumor-Erkrankte, die vom Team des neuroonkologischen Zentrums im Diakonie Klinikum begleitet wird.

Als Andreas S. vor vier Jahren die Diagnose Hirntumor erhielt, wollte er sich noch keiner Operation unterziehen. Nach drei Jahren mit Verlaufskontrollen erreichte der Tumor jedoch eine Größe, die einen Eingriff unabdingbar machte. „Mit dem Wissen von heute würde ich mich direkt für eine OP entscheiden“, sagt der 49-Jährige. Um anderen Betroffenen Mut zu machen, möchte er seine Erfahrungen teilen. Die klinischen Experten am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen stehen bereit, um auf Wunsch der Gruppenteilnehmer Vorträge zu organisieren, in denen etwa über Therapien, Nachsorgemaßnahmen sowie auch zur Forschung von Hirntumoren informiert wird.

 

Es ist vier Jahre her, als Andreas S. an einem Tag im Februar seine abendliche Runde auf dem Fahrrad dreht. Aus der Ferne blickt er wie so oft auf die Windräder, die ihm in diesem Moment jedoch doppelt erscheinen. „Das ist mir zuvor noch nie passiert“, sagt er. Der Augenarzt verweist ihn zum Neurologen. Der wiederum erkennt nach einer bildgebenden Untersuchung, dass sich ein Tumor im Kopf von Andreas S. befindet. Der verheiratete Familienvater unterzieht sich in der Folge regelmäßigen Verlaufskontrollen, um ein mögliches Wachstum des Tumors im Blick zu behalten. Im Oktober 2025 erreicht der Hirntumor eine Größe, aufgrund derer ihm die Ärzte zu einer OP raten. Andreas S. erinnert sich: „Die Ungewissheit vor den regelmäßigen Verlaufskontrollen war für mich belastender, als mir damals bewusst war. Als feststand, dass eine Operation notwendig wird, wurde mir die Entscheidung abgenommen. Das gab mir Klarheit und die Möglichkeit, meine ganze Energie auf die Behandlung zu richten.“

 

Der Eingriff verläuft gut. Andreas S. ist froh: „Ich bin auf engagierte Menschen getroffen, die auf eine ganz tolle Weise für mich da waren. Vor einer Hirnoperation ist Vertrauen besonders wichtig. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, bei den Ärzten und dem Pflegepersonal in guten Händen zu sein.“ Der OP schließen sich Bestrahlungs- und Chemotherapien an, um das Rückfallrisiko zu senken und die Heilungschancen zu verbessern. In dieser Phase, die von Begleitsymptomen wie Haarausfall und anhaltender Erschöpfung geprägt ist, tut ihm die Zeit mit der Familie gut: „Ich musste mich natürlich an die neue Situation gewöhnen, durfte kein Auto fahren und konnte auch nicht mehr sportlich so aktiv sein wie gewohnt.“

 

Aktuell befindet sich Andreas S. in der letzten Phase der Chemotherapie. Sein Ziel hat er vor Augen. Und das ist, wieder fit zu werden und ins Berufsleben zurückzukehren. „Ich versuche nicht, gegen die Krankheit anzukämpfen. Sie kostet ohnehin schon Kraft. Deshalb möchte ich meine Energie lieber in das stecken, was mir hilft – in die Behandlung, Erholung, meine Familie und jeden kleinen Fortschritt.“ Anderen Betroffenen möchte er Mut machen, Warnzeichen ernst zu nehmen, sich an erfahrene Ärzte zu wenden und die notwendige Behandlung nicht aus Angst vor der Diagnose aufzuschieben. „Je früher Klarheit besteht, desto eher kann gehandelt werden“, so Andreas S. Interessierte melden sich bei der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen unter Telefon 0271 / 5003  131 oder per E-Mail an Selbsthilfe@diakonie-sw.de.
 

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