Gut vorbereitet in die Sprechstunde
Kommunikation beim Arzt war Thema beim Siegener Forum Gesundheit in der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling, wo Jan-Frederik Fröhlich von der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung Siegen-Wittgenstein-Olpe informierte.
Ein Gespräch beim Arzt ist für viele Menschen mit Unsicherheit und Nervosität verbunden – dabei ist der Austausch oft entscheidend für die weitere Behandlung. Umso wichtiger ist es, auf den Arztbesuch gut vorbereitet zu sein und die richtigen Fragen zu stellen. Wie das gelingen kann, hat Jan-Frederik Fröhlich, Leiter der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung Siegen-Wittgenstein-Olpe (EUTB), beim Siegener Forum Gesundheit in der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen erläutert. Der Vortrag wurde von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen organisiert.
„Im Durchschnitt dauert ein Termin beim Hausarzt nur etwa siebeneinhalb Minuten“, gab Jan-Frederik Fröhlich an. Neben der kurzen Gesprächszeit zählte der Experte noch weitere Hürden bei der Arzt-Patienten-Kommunikation auf. Lange Wartezeiten, Stress vor und während des Termins, komplizierte Inhalte und fehlende Sicherheit können dazu führen, dass die Bedürfnisse des Patienten nicht erfüllt werden oder wichtige Informationen verloren gehen. Missverständnisse können entstehen und auch Vorurteile und Diskriminierung können zur Folge haben, dass ein Besuch beim Arzt nicht den gewünschten Nutzen erzielt. Fröhlich vermittelte den Zuhörern Techniken und Methoden, um die knappe Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen. Zunächst gilt es, sich gut auf den Arztbesuch vorzubereiten. Dabei kann es hilfreich sein, sich im Vorfeld Listen oder Notizen anzufertigen und den aktuellen Zustand, die Krankheitsgeschichte sowie mögliche Fragen aufzuschreiben. Passende Formulierungen können die Patienten mit anderen Menschen üben oder laut aufsagen. Während des Besuchs ist es wichtig, dass man diese Notizen wirklich nutzt und alle Fragen stellt. Offene Fragen, die nicht nur mit einem einfachen Ja oder Nein beantwortet werden können, sind dabei die beste Herangehensweise, denn diese führen dazu, dass der Mediziner Inhalte erklärt, Sachverhalte begründet und Zustände einschätzt. „Außerdem ist es empfehlenswert, Schwierigkeiten, Wünsche und Ziele sofort anzusprechen“, riet der Experte. Er machte den Gästen deutlich, dass es sehr bedeutend ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und auch Ansprüche zu stellen. Im Anschluss sollte der Arztbesucher das Gespräch auswerten und prüfen, ob er alle Fragen gestellt hat und die Antworten hilfreich waren. Weitere Schritte in der Behandlung sollten feststehen und durch den Mediziner benannt sein. Falls jedoch weiterhin Unklarheiten bestehen, können diese mit dem Arzt besprochen werden. Damit sich die Zuhörer die Herangehensweisen gut merken können, nannte Fröhlich die „4-A-Regel“ zur Orientierung: Anliegen, Auftrag, Absprache und Auswertung. Weitere Tipps sind, dass Patienten vor und nach dem Termin ausreichend Zeit einplanen sowie eine ruhige und klare Sprache während des Gesprächs. „Im Zweifelsfall können Sie sich immer eine Zweitmeinung einholen“, riet der Referent. Falls der Arzttermin erfolglos bleibt, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich beraten zu lassen oder eine Beschwerde einzureichen. Die EUTB berät und unterstützt Menschen mit (drohenden) Behinderungen sowie deren Angehörige zu Fragen rund um Rehabilitation und Teilhabe.
