Generationenprojekt am Fischbacherberg
„Gemeinsam wachsen“: Unter diesem Motto steht ein Projekt, das das Haus Emmaus, der Tagestreff der Diakonie in Südwestfalen, und die Gartenwerkstatt Siegen initiiert haben.
Das Haus Emmaus bietet älteren sowie demenziell erkrankten Menschen einen geschützten Raum für Gemeinschaft, Aktivität und Struktur im Alltag. Gleichzeitig eröffnet die Gartenwerkstatt jungen Erwachsenen neue Chancen: Hier sammeln sie praktische Erfahrungen, entwickeln berufliche Perspektiven und stärken ihre sozialen Kompetenzen. Gemeinsam packen Alt und Jung nun im Grünen an, um zu zeigen, wie soziale Arbeit im Stadtteil wirken kann. Die sichtbaren Ergebnisse – gepflegte Beete, wachsende Pflanzen und gemeinsame Mahlzeiten – sind dabei nur ein Teil des Erfolgs. Der eigentliche Gewinn liegt in den Beziehungen, die entstehen.
Für die Teilnehmenden der Gartenwerkstatt bedeutet die Zusammenarbeit mit den Senioren weit mehr als praktische Gartenarbeit. Beim Bau eines Erdbeerregals, der Pflege von Hochbeeten oder dem Anpflanzen von Kräutern übernehmen die jungen Menschen Verantwortung – für Pflanzen, für gemeinsame Ergebnisse und vor allem füreinander. „Hier erleben die jungen Menschen, dass ihre Arbeit gebraucht wird. Sie sehen direkt, welchen Unterschied ihr Einsatz macht – das stärkt Selbstvertrauen und Motivation nachhaltig“, sagt Stefanie Benner, Leiterin der Gartenwerkstatt. Gerade für junge Menschen – teils auch mit Fluchthintergrund – entstehen dabei Lernerfolge. Sie verbessern ihre Sprachfähigkeiten im Alltag, lernen durch Wiederholungen und praktische Tätigkeiten, entwickeln Teamfähigkeit und erfahren Anerkennung.
Auch für die Gäste des Hauses Emmaus ist das Projekt von großer Bedeutung. Die Begegnung mit den jungen Menschen bringt neue Energie in den Alltag, schafft Abwechslung und fördert soziale Teilhabe. Beim gemeinsamen Gärtnern werden Erinnerungen geweckt, Wissen weitergegeben und Gespräche angeregt. Viele der Senioren knüpfen an eigene Erfahrungen aus früheren Zeiten an – sei es im Garten, in der Küche oder im Alltag. „Wenn wir pflanzen oder ernten, kommen Erinnerungen zurück. Gleichzeitig entsteht das Gefühl gebraucht zu werden und etwas weitergeben zu können“, so Kristin Kandzia, Leiterin des Tagestreffs. Das Projekt kommt gut an, wie eine Teilnehmerin bilanziert:
„Hier wächst nicht nur Gemüse – hier wächst Gemeinschaft.“ Geplant ist, das Projekt weiter auszubauen: mit Workshops, gemeinsamen Festen und neuen Aktionen.
