Brustkrebsmonat Oktober: Früherkennung als Chance
Der Brustkrebsmonat Oktober stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in den Fokus. Die Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland nimmt den Aktionsmonat zum Anlass, die Bedeutung der Früherkennung zu betonen.
Es war nur ein Termin, den sie zunächst beinahe hätte verstreichen lassen. Eine 72-jährige Frau aus der Region erhielt in diesem Jahr erneut eine Einladung zur Mammographie. Nachdem sie einige Jahre nicht mehr zum Screening gegangen war, nahm sie den Termin wahr. Die Untersuchung zeigte eine auffällige Veränderung. Weitere Untersuchungen bestätigten den Verdacht auf Brustkrebs. Der Tumor wurde in einem frühen Stadium entdeckt und konnte operativ behandelt werden.
Die Geschichte ist fiktiv – aber sie steht beispielhaft für einen wichtigen Effekt der Brustkrebs-Früherkennung: „Auch Frauen, die über längere Zeit nicht am Screening teilgenommen haben, können von einer erneuten Einladung profitieren“, weiß Dr. Michael Blazek, Programmverantwortlicher Arzt der Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland für die Region Siegen-Wittgenstein und Olpe.
2025 wurde die Altersgrenze des bundesweiten Mammographie-Screening-Programms von 69 auf 75 Jahre angehoben. Damit erhalten Frauen bis zum Ende des 75. Lebensjahres wieder eine Einladung zur Untersuchung. Für die hiesige Screening-Einheit bedeutet das eine deutliche Erweiterung des Angebots. „Wir haben durch die Anhebung der Altersgrenze Frauen wieder erreicht, die zuvor aus dem Programm herausgefallen waren. Bei einigen konnten wir Brustkrebs in einem frühen Stadium entdecken und damit eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen“, zieht Dr. Blazek Bilanz.
Wie wichtig es ist, die Einladung wahrzunehmen, zeigen auch die Zahlen. Im Jahr 2025 haben mit rund 35.000 Frauen in der gesamten Screening-Einheit nur 46 Prozent das kostenlose Früherkennungsangebot wahrgenommen. Bei den Untersuchungen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 205 Brustkrebserkrankungen entdeckt, überwiegend in einem frühen Stadium. „Hinter jeder dieser Zahlen steht eine Frau, bei der die Untersuchung möglicherweise einen entscheidenden Unterschied gemacht hat“, sagt Dr. Blazek. „Gleichzeitig nehmen wir aber auch eine Zurückhaltung bei den eingeladenen Frauen wahr. Gerade, weil Brustkrebs im frühen Stadium häufig noch gut behandelbar ist, möchten wir dazu ermutigen, die Einladung nicht einfach beiseitezulegen.“
Das Mammographie-Screening richtet sich an Frauen ohne Beschwerden und ohne konkreten Verdacht auf Brustkrebs. Die Untersuchung dient dazu, Veränderungen möglichst frühzeitig zu erkennen – also zu einem Zeitpunkt, an dem sie häufig noch nicht tastbar sind und keine Beschwerden verursachen. Der Brustkrebsmonat Oktober bietet deshalb einen Anlass, sich mit dem Thema Früherkennung auseinanderzusetzen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mein-mammo-screening.de .
