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Hospiz feiert Bau des Klosters Bruche vor 100 Jahren

28.05.2026

Vor 100 Jahren wurde der Grundstein für das Kloster Bruche gelegt. Das Jubiläum wird am Samstag, 13. Juni, groß gefeiert. Hospiz und Förderverein laden ein zu einem Fest mit Gottesdienst, Rück- und Ausblicken, Livemusik und mehr.

Seit 100 Jahren prägt das Kloster Bruche nicht nur das Ortsbild im Betzdorfer Stadtteil – als eine Stätte des Glaubens war es 97 Jahre lang auch ein spiritueller Bezugspunkt und ist für viele Menschen in der Region bis heute ein Stück Heimat. Seit drei Jahren trägt das Ökumenische Hospiz Kloster Bruche den Geist dieses Ortes weiter. In diesem Sinne soll auch das Jubiläum der Grundsteinlegung vor 100 Jahren gefeiert werden: Auf den Tag genau, am Samstag, 13. Juni, laden Hospiz und Förderverein zu einem Fest auf dem ehemaligen Klostergelände ein.

 

Einem Gottesdienst um 11.30 Uhr in der Klosterkapelle schließt sich ab 13 Uhr ein geselliges Miteinander rund um die Klosterscheunen an. Auf einer Infomeile wird es nicht nur Wissenswertes zur Geschichte geben, sondern auch einen Ausblick auf den geplanten Hospiz-Neubau, der perspektivisch auf dem weitläufigen Areal entstehen soll. Kulinarisch dürfen sich die Besucher auf Herzhaftes vom Grill und kühle Getränke sowie auf Crêpes, Kuchen, Waffeln und Kaffee freuen. Für die Kinder wird eine Hüpfburg bereitstehen. Dazu gibt es von circa 14.30 bis 18 Uhr Livemusik von der Betzdorfer Stadtkapelle, den Brucher Valentinsmusikern und zum Festausklang mit Gitarrist Sascha Ax („Der Ax“). Darüber hinaus stellt der Betzdorfer Geschichtsverein (BGV) vor Ort das neueste Buch aus seiner Schriftenreihe „Betzdorfer Geschichte(n)“ vor. Es trägt den Titel „100 Jahre Kloster Bruche – zwischen Gebet und Alltag“ und zeichnet auf rund 130 Seiten die bewegte Historie sowie viele Facetten rund um das Kloster nach.

 

Ihren Ursprung hat diese in den 1920er-Jahren: Damals sucht der katholische Orden der „Missionare von der Heiligen Familie“ nach einem Gelände, um eine Druckerei für seine Missionszeitschrift „Der Sendbote“ zu errichten – die Wahl fällt auf die Viehweide einer Hudegemeinschaft in Bruche. Am 13. Juni 1926 kann der Grundstein für das erste Gebäude gelegt werden. Das feierliche Ereignis findet unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit statt:  Zeitungen berichten damals von etwa 3000 Menschen, die dem feierlichen Anlass beiwohnten.

 

Ein Jahr später wird – ebenfalls unter reger Beteiligung der Bevölkerung – die Kapelle eingeweiht.  Nach und nach entstehen weitere Gebäude wie Druckerei, Schreinerei und Gärtnerei. Wege werden angelegt, ein Obst- und Gemüsegarten und ein Friedhof. 1930 zählt das Kloster bereits 65 Ordensleute. Wie der BGV-Vorsitzende Gerd Bäumer im Buch beschreibt, sind die Jahre des Nationalsozialismus durch vielerlei Repressalien geprägt, die vor allem den Druck und Vertrieb des „Sendboten“ betreffen. „In diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte war das Kloster ein Ort der Zuflucht und des geistigen Widerstands“, sagt Joachim Brenner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain. Dieses „Gerüst der Mitmenschlichkeit“ sei nach 1945 stets weitergetragen worden – und werde bis heute durch das Hospiz mit Leben erfüllt.

 

Das Jahr 2022 stellt eine Zäsur in der Geschichte des Klosters dar: Nach 96 Jahren verlassen die „Missionare von der Heiligen Familie“ den Standort, an dem seit 1987 auch eine Pflegestation für ältere und kranke Ordensbrüder eingerichtet war. Die letzten 23 verbliebenen Patres ziehen von Bruche nach Münster um und werden in einem feierlichen Gottesdienst mit großen Emotionen verabschiedet. Ein Jahr später, im April 2023, eröffnet unter der Trägerschaft der Diakonie in Südwestfalen das Ökumenische Hospiz Kloster Bruche. Als erste und einzige stationäre Hospizeinrichtung schließt es eine Versorgungslücke in der Region. Mit großem Engagement von Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Unterstützern entsteht hier ein Ort, an dem schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase, aber auch deren Angehörigen mit Würde und Empathie begleitet werden. Rund 25 Pflegekräfte, Mitarbeitende der Hauswirtschaft, ehrenamtliche Hospizbegleiter und weitere Unterstützer kümmern sich um die Gäste, die überwiegend aus den Kreisen Altenkirchen und Westerwald, aber auch aus der weiteren Umgebung kommen.

 

Von Beginn an ist es dem Hospiz-Team und dem Förderverein ein wichtiges Anliegen, das Haus nach außen hin zu öffnen und die Bevölkerung einzubinden. „Das Hospiz soll ein Ort sein, an dem bis zuletzt gelebt wird“, sagt Einrichtungsleiterin Yasmin Brost. Veranstaltungen wie das Apfelfest oder der „Advent an der Klosterscheune“ stoßen regelmäßig auf große Resonanz. Auch die Vielzahl kleiner und großer Spenden zeigt die hohe Akzeptanz und Verbundenheit mit dem Hospiz. Und so ist dieser besondere Ort für die Menschen aus Bruche, Betzdorf und Umgebung bis heute das geblieben, was er seit einem Jahrhundert ist – ein Stück Heimat.

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