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Ambulante Pflege darf nicht geschwächt werden

11.06.2026

Mögliche Kürzungen bei der geplanten Pflegereform stoßen bei dem Geschäftsführer der Ambulanten Diakonischen Dienste (ADD) und der Ökumenischen Sozialstation Betzdorf-Kirchen, Steffen Weinbrenner, auf große Sorge.

Aus seiner Sicht dürfen notwendige Reformen nicht dazu führen, dass die ambulante Pflege weiter unter Druck gerät. „Die ambulante Pflege ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Damit Menschen auch künftig zuverlässig in ihrem häuslichen Umfeld versorgt werden können, brauchen Pflegeeinrichtungen verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen und attraktive Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeitenden“, betont Steffen Weinbrenner.


Zugleich warnt er vor den möglichen Auswirkungen der Reform auf die Versorgung der Menschen vor Ort. „Wenn ambulante Pflegedienste wirtschaftlich weiter belastet werden, besteht die Gefahr, dass Versorgungsangebote eingeschränkt werden müssen. Die Folgen würden unmittelbar die Menschen treffen, die auf Unterstützung angewiesen sind.“ Als Beispiel nennt Weinbrenner die geplanten Einschränkungen bei der Refinanzierung tariflicher Löhne. „Wenn Tarifsteigerungen künftig nicht mehr vollständig berücksichtigt werden, geraten viele Pflegedienste finanziell unter Druck. Das erschwert es, qualifizierte Fachkräfte zu halten und neue Mitarbeitende zu gewinnen.“ In der Folge könnten ambulante Dienste weniger Menschen versorgen oder Leistungen nur noch eingeschränkt anbieten.


Auch pflegebedürftige Menschen, die regelmäßig medizinische Leistungen wie Wundversorgungen oder Medikamentengaben in ihrem Zuhause erhalten, wären von solchen Entwicklungen betroffen. „Werden solche Angebote reduziert, könnten Betroffene häufiger Arztpraxen oder Krankenhäuser aufsuchen müssen.“ Auch Angehörige wären stärker belastet, wenn ambulante Unterstützung nicht mehr in gewohntem Umfang zur Verfügung stünde. „Gerade ältere Menschen möchten möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben. Dafür braucht es eine starke und verlässliche ambulante Pflege.“


Mit 17 Diakonie-Stationen in Siegen, Weidenau, Geisweid, Eiserfeld, Freudenberg, Wilnsdorf, Neunkirchen, Burbach, Olpe und Hagen sowie in den ökumenischen Sozialstationen in Betzdorf, Kirchen, Mudersbach, Gebardshain und Niederfischbach versorgen die Ambulanten Diakonischen Dienste etwa 4000 Menschen im Jahr. Die ADD unterstützt die Forderung der Freien Wohlfahrtspflege NRW an die Politik, die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen sorgfältig zu prüfen und die langfristige Sicherung der ambulanten Versorgung in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen zu stellen. „Vor dem Hintergrund des steigenden Pflegebedarfs ist es wichtig, die ambulanten Strukturen zu stärken und Planungssicherheit für Träger, Mitarbeitende sowie die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen zu gewährleisten“, so Weinbrenner.

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