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Pränatalsymposium: Vorträge und Ultraschall-Übungen

29.10.2018

Beim Siegener Pränatalsymposium, zu dem das Diakonie Klinikum Jung-Stilling geladen hatte, holten sich die Teilnehmer von erfahrenen Pränatalmedizinern Tipps, wie sie die Organe und Funktionen von Feten im Ultraschall genauer untersuchen können.

Rund 50 medizinische Experten haben sich beim Siegener Pränatalsymposium im Haus der Siegerländer Wirtschaft über neuste Untersuchungs-Verfahren und Ultraschalltechniken ausgetauscht. Zu dem Symposium geladen hatte das Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Gastgeberin Dr. Flutura Dede, Chefärztin für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, freute sich über namenhafte Kollegen der Geburtsmedizin, Pränataldiagnostik und Genetik aus Siegen, Frankfurt, Bonn, Gießen und Köln, die in Vorträgen und Ultraschall-Übungen ihre Expertise mit niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten aus Siegen und Umgebung teilten.

Die Pränataldiagnostik ergänzt die Vorsorge. Sie untersucht, ob ein Kind im Mutterleib gesund heranwächst und ermittelt die Wahrscheinlichkeit, ob bestimmte Krankheiten vorliegen oder ausgeschlossen werden können. Dabei kommen unter anderem spezielle Ultraschall- und Blutuntersuchungen sowie Fruchtwasseranalysen zum Einsatz. In einigen Situationen ist die Behandlung des Kindes bereits im Mutterleib möglich.

Die Fälle von Schwangerschaftsdiabetes sind in den vergangenen 15 Jahren deutlich angestiegen. Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft. Etwa vier von zehn Frauen sind betroffen. Die Zuckerkrankheit, verläuft weitgehend ohne Symptome und kann durch einen Zuckerbelastungstest (oGTT) erkannt werden. Frauen werden im Rahmen der Vorsorge in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche auf Diabetes getestet. Dr. Flutura Dede zeigte in ihrem Vortrag mögliche Ursachen auf: Das Alter, Übergewicht und familiäre Vorerkrankungen gehören zu den Risikofaktoren. „Durch rechtzeitiges Erkennen und Behandeln des Schwangerschaftsdiabetes können akute und langfristige Folgen für Mutter und Kind verhindert werden.“, sagte die Chefärztin der Geburtshilfe und Pränatalmedizin im Diakonie Klinikum Jung-Stilling, die zahlreiche Schwangere mit Diabetes in ihrer Klinik betreut.

Weil Ultraschallbilder nicht immer leicht zu entschlüsseln sind, hatten die Teilnehmer des Symposiums Gelegenheit, den erfahrenen Referenten über die Schulter zu schauen. Hierfür standen drei schwangere Frauen zur Verfügung. „Ein eingehender Organ-Ultraschall im Rahmen der Pränataldiagnostik ist deutlich umfangreicher, als der gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Ultraschall“, sagte Dede. Die Untersuchung erfordert neben speziellen Gerätschaften ein besonders geschultes Auge und Erfahrung des untersuchenden Arztes. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hat die Ultraschalldiagnostik in drei Stufen unterteilt. Nach DEGUM zertifizierte Ärzte wie Dr. Flutura Dede mit Qualifizierungsstufe II sind auf Ultraschalluntersuchungen und weiterführende diagnostische und therapeutische Verfahren spezialisiert. Mithilfe der hochauflösenden Bilder lassen sich zum Beispiel verengte Harnausgänge (Megazystis) erkennen. Dabei kann der Urin nicht richtig abfließen und bei betroffenen Jungen zu Schäden der Niere führen. Auch die Anatomie des Herzens sowie die Funktion der Herzklappen, -kammern und der Gefäße können im Ultraschall (Echokardiographie) untersucht und eventuelle Herzfehler so diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Privatdozent Dr. Rüdiger Stressig, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Köln, veranschaulichte in seinem Vortrag anhand von Video- und Fotomaterial kindliche Herzfehlbildungen und mögliche Therapien. Prof. Dr. Roland Axt-Fliedner, Leiter der Abteilung für Pränatalmedizin und gynäkologische Sonographie am Universitätsklinikum Gießen-Marburg, referierte über untere Harnwegefehlbildungen und mögliche Therapien. Prof. Dr. Annegret Geipel, Leiterin Pränatale Medizin im Universitätsklinikum Bonn, widmete sich kindlichen Hirnfehlbildungen. Dr. Jan Stähler, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Siegen, stellte in seinem Vortrag das Phänomen unterversorgter Kinder im Mutterleib vor und erklärte, wie diese Kinder betreut und zu welchem Zeitpunkt sie entbunden werden sollten. Prof. Dr. Dr. Franz Bahlmann, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Bürgerhospital Frankfurt am Main, sprach über Zwillinge, die sich einen Mutterkuchen teilen und erläuterte, wie sie beobachtet werden müssen und zur Welt kommen können. In Kooperation mit der DRK-Kinderklinik bildet die Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin im Diakonie Klinikum Jung-Stilling ein Perinatalzentrum Level 1, das eine familienorientierte Geburtshilfe mit der höchsten Versorgungsstufe für Neugeborene ermöglicht. Mehrlingsgeburten bilden dabei einen der Schwerpunkte der Klinik.

Weil das Pränatalsymposium so guten Anklang gefunden habe, so Dede, sei für das Jahr 2020 die nächste Veranstaltung geplant.

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