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Stress und Scham: Leben ohne Schilddrüse

23.08.2019

Schilddrüsenkrebs wurde bei Annette G. diagnostiziert. Weil sie sich mit ihrer Krankheitsgeschichte oft alleine fühlt, wünscht sie sich Kontakt zu anderen Betroffenen.

Bei Annette G. wurde Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Nun möchte die Betroffene eine Selbsthilfegruppe gründen. Unterstützt wird sie von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen.

Im Sommer vor 20 Jahren bemerkte Annette G. (Name geändert) einen Fremdkörper in ihrem Hals: „Es fühlte sich an wie ein Stück Brötchen, das feststeckt“, erinnert sich die 61-Jährige. Zunächst hatte sie keine Bedenken. Weil das Gefühl aber nicht nachließ, suchte sie ihren Hausarzt auf, der sie zu einem Facharzt überwies. Nach einer Operation bekam sie eine Diagnose, die ihr den Boden unter den Füßen wegriss: Schilddrüsenkrebs. Die komplette Drüse wurde entfernt und Annette G. musste sich einer Radiojodtherapie unterziehen. Inzwischen ist sie vom Krebs geheilt. Worunter sie jedoch leidet sind die Nebenwirkungen der anschließenden Therapie. Gerne möchte sie mit Betroffenen in Kontakt treten. Um eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit und nach Schilddrüsenkrebs zu gründen, bekommt sie Unterstützung von Gabriele Hermann von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen.

Schilddrüsenkrebs ist ein seltener bösartiger Tumor im Gewebe der Schilddrüse. Während harmlose Knoten eine häufige Veränderung darstellen können, sind weniger als ein Prozent der Knoten bösartig. Nachdem Annette G. den Krebs besiegte, folgte eine Hormontherapie, um die Arbeit der Schilddrüse zu ersetzen. Die Nebenwirkungen der Medikamente sind für die zweifache Mutter eine große Last. Unter anderem ist die Temperaturregelung ihres Körpers gestört. Am meisten machen ihr plötzliche Schweißausbrüche zu schaffen, die durch die Wechseljahre noch zusätzlich verstärkt werden: „Auf der Arbeit habe ich immer ein Handtuch und einen Fächer dabei, um das Schwitzen zu kaschieren“, erzählt die 61-Jährige. Angst und Scham in der Öffentlichkeit zu schwitzen, begleiten sie täglich. „Es gibt Tage, da habe ich bis zu 15 Schweißausbrüche“, sagt sie. Hinzu kommen die Nächte, in denen die Hitzewallungen ihr den Schlaf rauben. Weder Ärzte noch Heilpraktiker konnten bisher helfen ihren Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Außerdem leidet sie unter Asthma, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen, die, so sagt sie, auch Nebenwirkungen der Therapie sein können. Weil sich Annette G. mit ihrer Krankheitsgeschichte oft alleine fühlt, wünscht sie sich Kontakt zu anderen Betroffenen und hofft auf eine Möglichkeit zum Austausch.

Interessierte  können sich an die Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen unter 0271 / 5003 131 oder per E-Mail an Selbsthilfe@diakonie-sw.de wenden.

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