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Praktische Wege zur politischen Bildung

15.11.2019

Was ist politische Bildung? Diese Frage stellte Juniorprofessor Dr. Alexander Wohnig bei der Demokratiekonferenz in den Fokus.

Die politische Bildung stand bei der Demokratiekonferenz im Mittelpunkt, zu der die Diakonie in Südwestfalen und die Stadt Siegen jetzt gemeinsam in die Siegerlandhalle eingeladen hatten.

130 Projekte wurden in den vergangenen vier Jahren im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“ des Bundesfamilienministeriums in Siegen umgesetzt. Ein Bestandteil sind auch regelmäßig stattfindende Demokratiekonferenzen. Dazu luden die Diakonie in Südwestfalen und die Stadt Siegen nun wieder ein. Im Atriumssaal der Siegerlandhalle stellte Juniorprofessor Dr. Alexander Wohnig die politische Bildung in den Fokus.

 

Zentraler Punkt der Forschung von Dr. Wohnig ist es herauszufinden, wie sich Kinder und Jugendliche für Politik begeistern lassen. Viele Projekte – gemeinsam mit Drittklässlern bis hin zu Berufsschülern – hat der Wissenschaftler bereits durchgeführt. „Dabei geht es immer wieder darum, für Teilnehmende erfahrbar zu machen, dass es gut sein kann sich politisch einzumischen, statt sich herauszuhalten.“ In der Praxis schaut solch ein Projekt so aus: Die Schüler verbringen oftmals im Rahmen von Sozialpraktika einige Tage in einer sozialen Einrichtung, wie etwa einem Altenheim. „Dabei fällt ihnen schnell auf, dass zur persönlichen Betreuung der Senioren oft nur wenig Zeit bleibt“, so Dr. Wohnig. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen knüpft er an diese Erfahrungen an und sucht in außerschulischen Bildungsseminaren nach den politischen Ursachen für die beobachteten Probleme. Zudem werden gemeinsam Lösungsmodelle entwickelt, um den Missstand zu beheben. „Einige Teilnehmer wollten danach ehrenamtlich aktiv sein, andere haben aber erkannt, dass hier ein politisches Problem dahintersteckt – und wurden selbst politisch aktiv“, erläuterte der Juniorprofessor. Leider komme dieses „aktive Lernen“ in Schulen oft zu kurz, wie einige Teilnehmer der Konferenz einwarfen. Dabei profitierten die Schüler von dem praktischen Konzept, etwa im Chemieunterricht, wo es ja auch Experimente gebe.

 

In seinem Vortrag spannte Dr. Wohnig den Bogen weit, vom Philosophen Immanuel Kant über den Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno bis hin zum Bildungstheoretiker Alexander von Humboldt. Sie alle, so der Juniorprofessor, verbinde die Leitidee der Mündigkeit: „Es geht darum, autonome Individuen zu erziehen, die die Fähigkeit zur Reflektion, Emanzipation und insbesondere zur Kritik besitzen.“

 

Politische Bildung sei heutzutage wichtiger denn je, machte auch Siegens Bürgermeister Steffen Mues in seinem Grußwort deutlich. Mit großer Sorge betrachte er „Angriffe auf die freiheitliche Demokratie“ und „einen immer weiter um sich greifenden Populismus“. Auch in Siegen gebe es einen „rechtsradikalen Bodensatz“. Projekte wie „Demokratie leben!“ seien ihm deshalb besonders wichtig: „Wir müssen alles tun, um junge Menschen politisch zu bilden, ihnen dabei helfen, mit neuen Medien umzugehen und aus unserer deutschen Geschichte zu lernen.“

 

Den Ausklang der Demokratiekonferenz bildete der Auftritt des Jungen Theaters Siegen. Mit der szenischen Führung „Heimat. Fremde“ beleuchteten die jungen Schauspieler die Zwangsarbeit im Siegerland. Eindrucksvoll, offen und teilweise schockierend stellten die Darstellerinnen in der Siegerlandhalle die Schicksale der Betroffenen in den Mittelpunkt und machten damit auch Werbung für ihren großen Auftritt am Sonntag, 15. Dezember. Um 16 Uhr präsentiert das Ensemble das komplette Stück im Bruchwerktheater. 

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