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Positive Bilanz für ArBeCo

29.11.2018

Freuen sich nach drei Jahren über eine positive Bilanz von ArBeCo (von links): Die Projektmitarbeiter Adrian Stötzel, Isabel Weber, Sabrina Büdenbender, Bettina Klein und Leiter der Diakonie Soziale Dienste Uwe Kanis sowie Dr. Andreas Matzner und Erika Reppin-Alamdar von der Stadt Siegen.

Langzeitarbeitslose Menschen nachhaltig in den Arbeitsmarkt integrieren: Dies ist eines der Ziele, das mit dem 2016 gestarteten Quartiersprojekt ArBeCo (Arbeit, Beratung, Coaching) auf dem Fischbacherberg erreicht wurde. Bislang profitierten 215 Teilnehmende aus Siegen von den Angeboten. 46 Frauen und Männer wurden in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt – Zahlen die höher als jene liegen, die die Mitarbeiter zu Beginn der Maßnahmen anpeilten. Durchgeführt wird das Angebot von der Stadt Siegen in Kooperation mit den Sozialen Diensten der Diakonie in Südwestfalen. Über das EU-geförderte Projekt, das Ende Dezember 2018 nach drei Jahren ausläuft, wurde während einer Abschlusspräsentation Bilanz gezogen. Diakonie-Mitarbeiter und Vertreter der Stadt trafen sich dazu mit den Projektförderern in den Räumlichkeiten der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) am Fischbacherberg. Diplom-Sozialpädagogin Bettina Klein, Leiterin von ArBeCo, stellte die Wichtigkeit eines solchen Angebots für den Fischbacherberg dar. Ein Antrag zur Förderung eines Folgeprojekts mit neuem Schwerpunkt sei bereits eingereicht worden.

Die Hürden für den Wiedereinstieg ins Berufsleben sind vor allem für Langzeitarbeitslose, Personen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende sowie für ältere arbeitslose Menschen hoch. Um deren individuelle und soziale Ausgangslage zu verbessern und sie so zurück ins Berufsleben zu begleiten, steht das ArBeCo-Team, bestehend aus Mitarbeitern der Diakonie in Südwestfalen, den Teilnehmern zur Seite. In Einzelgesprächen werden arbeitslose Menschen ab 27 Jahren beraten. „Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten schafften wir es, nach und nach immer mehr Menschen zu unterstützen. Mein Dank gilt vor allem dem Einsatz der beteiligten Mitarbeiter“, sagte Uwe Kanis, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie Soziale Dienste. Bürgermeister Steffen Mues benannte in seiner Ansprache die miteinander vernetzten Projektpartner im gesamten Stadtgebiet als eines der Erfolgskriterien. „Das Programm ist bedarfsorientiert auf die unterschiedlichen Teilnehmer ausgerichtet“, so Mues. Dabei steht die individuelle und soziale Situation der Menschen im Mittelpunkt. In den fast drei Jahren wurden dafür unterschiedliche Angebote entwickelt. So können sich die Teilnehmer kostenfrei für Bewerbungsfotos ablichten und diese erstellen lassen oder im „Job-Café“ lernen, wie Bewerbungen und Lebensläufe geschrieben werden. Ein niedrigschwelliger Sprachkurs richtet sich an Frauen mit Migrationshintergrund. Während sich eine Betreuerin um die Kinder kümmert, lernen die Mütter die deutsche Sprache so, dass sie sich im Alltag besser verständigen können. Das Angebot „Frau trifft sich“ bietet Gelegenheit, sich interkulturell auszutauschen und Perspektiven für die eigene Zukunft zu entwickeln. „Sollte das nächste geplante Projekt finanziell gefördert werden, möchten wir unsere Angebote bedarfsgerecht weiterentwickeln“, sagte Bettina Klein. Für die neue Förderperiode sieht das Bundesprogramm BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) einen Fokus auf die digitale Inklusion vor. So sollen etwa die Kenntnisse der Teilnehmer im Umgang mit Computern und deren Medienkompetenzen gestärkt werden.

 

Sozialwissenschaftler und Projektmitarbeiter Adrian Stötzel stellte empirische Ergebnisse vor, die er anhand der teilnehmenden Personen anonym erfasst und ausgewertet hat. Nennenswert ist hier, dass wesentlich mehr Männer mit Migrationshintergrund erreicht wurden als Männer ohne Migrationshintergrund. Diese seien zudem durchschnittlich jünger und verfügen häufiger über höhere Bildungsabschlüsse. Eingeschlossen sind hierbei auch Geflüchtete.

 

Projektmitarbeiterin Sabrina Büdenbender gab einen Überblick über die vier größten Zielgruppen. Zu den „Klassikern“ zählen Menschen, die Hilfe dabei brauchen, Bewerbungen zu schreiben oder Stellenangebote zu suchen. „Erziehende oder Alleinerziehende“ sind hauptsächlich Frauen, die sich noch in Elternzeit befinden und bei denen der Erwerb einer Arbeitsstelle noch nicht im Fokus steht. Bei den „hochqualifizierten Geflüchteten“ geht es um Menschen, die im Herkunftsland erfolgreich in einem gut bezahlten Job waren, es in Deutschland jedoch oftmals aufgrund der Sprachbarrieren oder anderer Vermittlungshemmnisse nicht schaffen, die gleiche Tätigkeit auszuüben. Zur Gruppe der „Stark belasteten Teilnehmer“ gehören Menschen, die psychisch, finanziell oder familiär vorbelastet sind. „Für sie rückt der Berufseintritt zunächst in den Hintergrund, da sie aufgrund diverser Unsicherheiten zunächst an anderer Stelle Hilfe brauchen“, so Büdenbender. Diese Personen werden vom ArBeCo-Team dann an entsprechende Beratungsstellen der Diakonie vermittelt.

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