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Nachhaltiges Training für die Wiederbelebung

16.04.2018

Für mehr Sicherheit bei einem Herzstillstand: Mit einem neuen Trainingssystem können Mitarbeiter des Diakonie Klinikums rund um die Uhr und selbstständig ihr Können in der Reanimation auffrischen.

Um das Überleben eines Kreislaufstillstandes durch qualitativ hochwertige Herz-Lungen-Wiederbelebungen zu verbessern, gibt es nun im Diakonie Klinikum Jung-Stilling ein Übungssystem, an dem Ärzte und Pflegekräfte rund um die Uhr selbstständig trainieren können. Denn selbst medizinische Fachkräfte führen Reanimations-Übungen während ihrer beruflichen Tätigkeit nicht regelmäßig und/oder zu selten durch. Einige so gut wie nie oder während eines jährlichen dreistündigen Trainingskurses – „zu wenig“, sagt Oberarzt Dr. Armin Seibel, Facharzt für Anästhesiologie und Notfallmediziner im Diakonie Klinikum Jung-Stilling. Denn bei realen Wiederbelebungen können Fertigkeiten bei Herzmassagen und Beatmungen nachlassen, wenn diese nicht regelmäßig geübt werden. Um dem entgegen zu wirken, gibt es nun im Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus ein Trainingssystem, an dem Ärzte und Pflegekräfte rund um die Uhr selbstständig üben können. Damit ist das Krankenhaus die erste Klinik in Deutschland, die seinen Mitarbeitern diese hilfreiche Technologie anbietet.

Mit dem von der American Heart Association (AHA) entwickelten Programm „Resuscitation Quality Improvement“, zu Deutsch: Verbesserung der Reanimations-Qualität, ist es nicht nötig, von einer zweiten Person angeleitet zu werden. Das elektronische System spricht quasi mit dem Trainierenden und korrigiert ihn, wenn er seine Handhabungen nicht richtig ausführt. Wichtig: „Dabei geht es nicht darum, die jährlich im Klinikum angebotenen Reanimationswochen zu ersetzen, sondern den dabei erlangten Lernerfolg mithilfe des Systems nachhaltig zu machen und eine qualitative Herz-Lungen-Wiederbelebung zu gewährleisten“, betont Seibel.


In kurzen und häufigen Intervallen können Mitarbeiter wann immer sie möchten trainieren. Für das System melden sie sich freiwillig an und werden alle vier Wochen per E-Mail darüber informiert, dass eine neue Übungsaufgabe, die im Durchschnitt zehn Minuten dauert, für sie ansteht. Die Trainierenden erhalten zu Beginn ein Benutzerkonto mit Passwort, worüber sie sich in dem Programm anmelden können. Darin werden die individuellen Übungsabläufe gespeichert, die Qualität der durchgeführten Herz-Lungen-Wiederbelebung  gemessen und eine Auswertung erstellt. Für die Herzmassagen und Beatmungen stehen den Trainierenden Puppen zur Verfügung, die an einem Laptop angeschlossen sind. Das darauf laufende Programm gibt vor, wie die jeweiligen Übungen durchzuführen sind, misst die Abläufe und gibt in Echtzeit verbales und visuelles Feedback. Wird bei der Herzmassage beispielsweise zu schnell gedrückt, warnt das System, langsamer zu drücken. Wird zu schwach gedrückt, korrigiert das Programm erneut. Ziel ist es, eine Routine in der Reanimation zu schaffen, Berührungsängste abzubauen und die Fähigkeiten zu automatisieren. „Ein Patient mit einem Herzstillstand kann überleben, wenn die Basisreanimation korrekt durchgeführt wird. Dafür braucht es regelmäßige Übung“, weiß Seibel. Am Ende einer Übungseinheit, erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Damit die Trainingsroutine schon früh im Rahmen der Berufsausbildung etabliert werden kann, wird das System auch den Schülern der Krankenpflegeschule der Diakonie in Südwestfalen zur Verfügung stehen.

 

In einer in Texas durchgeführten Studie entdeckten Forscher, dass zwei Jahre nach Einführung des RQI-Programms im Krankenhaus Texas Health Resources in Dallas die Überlebensraten bei Reanimationen um 20 Prozent gestiegen sind.

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