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Hausnotruf: Mehr Sicherheit im eigenen Zuhause

05.08.2019

Das Hausnotruf-Team besteht seit Anfang des Jahres aus Jürgen Schneider (links), Anne Bender (Mitte), Yvonne Herwig und Werner Weller (rechts). Reinhard Schiffner (zweiter von links) schied aus dem ehrenamtlichen Dienst aus.

Elisa R. (Name geändert) ist für ihre 87 Jahre noch rüstig. Sie lebt sie alleine, die Familie kommt regelmäßig vorbei. Eines Nachts stürzt sie, kann sich nicht mehr bewegen. Hilfe kommt erst am nächsten Tag, als der Sohn vorbei schaut. Solche Situationen lassen sich vermeiden – etwa mit dem Hausnotruf der Ambulanten Dienste der Diakonie.

Einer der Ansprechpartner in Sachen Hausnotruf-System ist Werner Weller. Er ist mittlerweile im Schnitt zwei Mal täglich unterwegs, um die Beratungsgespräche bei den Klienten zu übernehmen. Ganz bequem. Meist im eigenen Wohnzimmer der Interessenten. Einen Hausbesuch hat auch die Familien von Elisa R. in der zuständigen Diakonie-Station vereinbart. „Meine Kinder haben mir vom Hausnotruf erzählt, das hat mich neugierig gemacht“, sagt die Seniorin. Sohn und Schwiegertochter sind beim Gespräch auch mit dabei. Sie wohnen zwar ganz in der Nähe: „Aber wir bekommen ja auch nicht alles mit“, sagt das Paar.

 

Den Hausnotruf kann Elisa R. leicht in den Alltag integrieren, wie Berater Werner Weller erläutert. Das Gerät besteht aus zwei Teilen, einer Basis-Station, die an einem zentralen Ort der Wohnung – beispielsweise auf dem Nachtschränkchen oder dem Wohnzimmertisch – aufgebaut wird und dem mobilen „Funkfinger“, den der Klient immer bei sich haben sollte. Diesen können die Klienten entweder wie eine Kette um den Hals oder als Armband tragen: „Letzteres gefällt mir besser“, sagt Elisa R. Kommt sie nun in eine Notlage, drückt sie auf den Knopf am Mobilteil. Sofort wird die Basis-Station aktiv. Per Funk setzt sie den Notruf zur Diakonie-Station ab. Die Mitarbeiter bekommen so auch direkt alle wichtigen Informationen mitgeteilt. Innerhalb von Sekunden wissen sie nicht nur, wer anruft, sondern auch, wo der Hilfesuchende wohnt und wer seine Angehörigen sind. Über den Lautsprecher am  Gerät ist es den Diakonie-Mitarbeitern auch möglich, in direkten Kontakt mit dem Klienten zu treten. Kann dieser nicht mehr mitteilen, was ihm fehlt, läuft die Rettungskette an. Zunächst versuchen die Helfer, die Angehörigen des in Not geratenen zu erreichen. Wer im Ernstfall verständigt werden soll, legen die Klienten vorab schon fest. Elisa R. entscheidet sich für Sohn, Schwiegertochter, Nachbarin – und die Diakonie. „Wir sind 24 Stunden und sieben Tage die Woche erreichbar. Das gibt den Angehörigen ein gutes Gefühl. Mit uns haben sie dann einen festen Rettungsanker, auch wenn sie mal im Urlaub sind“, so Werner Weller.

 

Meist sind es leichte Stürze, die die Klienten veranlassen, auf den Notknopf zu drücken: „In 95 Prozent der Fälle braucht es noch nicht einmal einen Krankenwagen“, sagt der Berater. Oft sei den Senioren schon damit geholfen, wenn jemand vorbeischaut, ihnen aufhilft und sie beruhigt.

 

Das Hausnotruf-System bietet den Vorteil, dass ältere Menschen möglichst lange im eigenen Zuhause bleiben können: „Die wenigsten wollen in ein Altenheim oder in ein betreutes Wohnen. Da ist der Funkfinger eine gute Alternative“, so Weller.  Davon ist auch Elisa R. am Ende des Gesprächs überzeugt: „Es gibt mir ein  Stück mehr Sicherheit im eigenen Zuhause.“ Die Seniorin wartet nun auf die Kolleginnen von Werner Weller, die bei ihr vorbeikommen, um das System einzurichten. Sie werden prüfen, wo der beste Standort für die Basis-Station ist und kontrollieren, wie weit der Empfang des „Funkfingers“ im Haus reicht. In einem Radius von 35 Metern rund um die Basisstation können sich die Klienten im Normalfall problemlos bewegen. Sogar unter der Dusche funktioniert das Gerät. 

 

Der „Funkfinger“, wie das Hausnotruf-System umgangssprachlich genannt wird, schreibt bei der Diakonie in Südwestfalen eine Erfolgsgeschichte. 25 Senioren nutzten das Gerät beim Projektstart im Jahr 2010. Seitdem wurden mehr als 2400 Systeme installiert. 619 „Funkfinger“ galt es allein im vergangenen Jahr im Einzugsgebiet der 14 Diakonie-Stationen anzuschließen.  

 

Das kostet der Hausnotruf der Diakonie

Wer sich für das Hausnotruf-System der Diakonie in Südwestfalen entscheidet, zahlt bei der Installation einmalig 49 Euro. Die monatlich anfallenden Kosten von 18,36 Euro werden in den meisten Fällen von den Krankenkassen getragen. Die Voraussetzungen: Der Interessierte ist in eine Pflegestufe eingruppiert und lebt zum größten Teil alleine im eigenen Haushalt.

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