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Dr. Osama Shamia, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erklärte im Diakonie Klinikum Jung-Stilling, wie Blasenschwäche behandelt werden kann und ermutigte Frauen ihre Scham zu überwinden und zum Arzt zu gehen.


    




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23.03.16

Ein starker Beckenboden schützt vor Blasenschwäche

Den Beckenboden mit gezielten Übungen stärken, Hormone einnehmen, mit einem Netz das Absenken der Gebärmutter verhindern oder ein Band für eine stabile Harnröhre einsetzen: Um Frauen mit Blasenschwäche zu helfen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Welche Therapie wann geeignet ist, erklärte Dr. Osama Shamia, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, beim Siegener Forum Gesundheit in der Cafeteria des Diakonie Kinikums Jung-Stilling in Siegen. Er referierte über die „Moderne Behandlung der Harninkontinenz der Frau und der Gebärmuttersenkung“. Für alle Frauen, egal ob jung oder alt, gilt: Zuerst müssen sie ihre Scham überwinden und zum Arzt gehen.
Eine schwache Blase kann Betroffenen ein großes Stück Lebensqualität nehmen: Ein entspannter Konzertbesuch ist aus Sorge, ständig auf Toilette zu müssen, nicht möglich, der Sportkurs wird begleitet von der Angst, die Kontrolle über die Blase zu verlieren. Diese Probleme betreffen in Deutschland mehr als 30 Prozent der Frauen über 65 Jahre. „Bei einer Blasenschwäche ist die Fähigkeit, Urin willkürlich zurückzuhalten oder abzulassen, eingeschränkt“, erklärt der Urogynäkologe. Es gibt verschiedene Arten der Harninkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz kommt es zu unwillkürlichem Urinverlust, wenn der Druck auf den Bauchraum – beispielsweise durch Husten, Lachen oder schweres Heben – erhöht wird. Bei der Dranginkontinenz verspüren Frauen plötzlich einen extrem starken Harndrang. Auch wenn die Blase noch nicht voll ist, schaffen Betroffene es häufig nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. 31 Prozent leiden an einer Mischung aus beiden Formen. Stellt eine Frau entsprechende Probleme fest, rät der Mediziner, sich in der urogynäkologischen Sprechstunde untersuchen zu lassen. Dabei wird zum Beispiel im Sitzen, Liegen und Stehen getestet, ob und wie viel Urin Patientinnen beim Husten, Lachen und Niesen mit voller Blase unwillkürlich verlieren. Mittels Ultraschall kann der Arzt feststellen, ob sich Organe wie Blase oder Gebärmutter gesenkt haben und die Inkontinenz verursachen. Dahinter steckt häufig eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Sie begünstigt, dass sich Gebärmutter, Blase oder Darm senken. Geburten, Übergewicht, das Heben schwerer Gegenstände und chronischer Husten können die Muskulatur des Beckenbodens schwächen.
„Leider gehen viele Frauen aus Scham nicht zum Arzt. Es ist schade, wenn sich eine junge Mutter nicht mehr traut, beim Fangenspielen hinter ihrem Kind herzulaufen“, sagt Dr. Shamia. Regelmäßige Beckenbodengymnastik kann Betroffenen helfen Beschwerden in den Griff zu bekommen. „Am besten suchen sie sich eine spezialisierte Sportgruppe, um die Übungen regelmäßig und vor allem korrekt auszuführen“, rät der Mediziner. Auch eine Hormontherapie kann helfen. Dabei werden dem Körper ein bis zwei Mal pro Woche Hormone per Scheidenzäpfchen oder -Creme zugeführt, die die Durchblutung des Bindegewebes verbessern und somit die Funktion der Beckenbodenmuskulatur stärken. Hat sich ein Organ bereits so weit gesenkt, dass Sport aufgrund von Schmerzen und Inkontinenzsymptomen nicht möglich ist, kann eine Operation helfen. Ziel jeder Operation ist die Lage der Organe zu richten und Beschwerden zu beseitigen sowie die normale Blasen- und Darmfunktion wiederherzustellen. „Harninkontinenz und Gebärmuttersenkung sind kein unabwendbares Schicksal und können heutzutage wirkungsvoll behandelt werden“, betont Shamia.
Zu den Besuchern zählte auch eine Gruppe von Gehörlosen, die von zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen unterstützt wurden. Diese werden im Rahmen der Projektförderung für Selbsthilfegruppen von den gesetzlichen Krankenkassen/-verbänden in NRW finanziert.

 
Abteilung Presse & Kommunikation
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