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Stellten das Ex-In-Konzept im Diakonie Klinikum Jung-Stilling vor: (von links) Sabine Joel und Margit Haars.


    




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27.11.15

Psychisch Erkrankten mittels persönlicher Erfahrung helfen

Psychisch erkrankten Menschen durch eigene Erfahrung wieder einen Sinn im Leben geben und beim Heilen helfen ─  Margit Haars, Ex-In-Dozentin von den Diakonie Sozialdiensten, und Sabine Joel, Ex-In-Genesungsbegleiterin sowie Dozentin der Ex-In-Bildungsmaßnahme Bonn/Rhein-Sieg, stellten beim Forum Gesundheit in der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling das Konzept dazu vor. Ex-In ist die Abkürzung für experienced-involvement. Darunter zu verstehen ist das Einbeziehen von Expertenwissen aus Erfahrung: Menschen, die selbst wegen einer psychiatrischen Krankheit behandelt wurden und diese überwunden haben, können mit ihrem Erfahrungswissen neue Erkenntnisse und Heilungsmöglichkeiten liefern.
Sabine Joel aus Siegburg bei Bonn erlitt selbst Depressionen und war mehrere Jahre Patientin in einer psychiatrischen Klinik. Die gelernte Reiseverkehrskauffrau konnte ihrem Beruf nicht mehr nachgehen und war nach der Krankheit auf der Suche nach einem neuen beruflichen Weg. 2010 lernte Joel Ex-In kennen und interessierte sich für die einjährige Weiterbildung, die sie in Köln absolvierte. Als sie den Kurs antrat, stand für sie nicht die berufliche Perspektive im Vordergrund: „Es tat erst einmal gut, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen“, so Joel. Praktische Kenntnisse erhielt sie im Malteser-Johanniter-Johanneshaus, einem Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen in Siegburg. Sie half den Bewohnern ihren Alltag beim Einkaufen, Busfahren, Kochen oder Bankgängen zu bewältigen. „Ich merkte, wie wirksam das Reden mit den Klienten ist und ich hatte so viel Spaß an der Arbeit, dass ich meinen Praktikumsvertrag mehrmals verlängerte“. Inzwischen ist sie dort als Ex-In-Fachkraft festangestellt und musste seit der Weiterbildung selbst nicht mehr in eine Klinik. „Das liegt an Ex-In. Das Arbeiten mit den Menschen heilte mich in gewisser Weise. Zuvor war ich ein verbitterter Mensch, der nie sah, dass es aufwärts geht“, so Joel. Manchmal hat sie noch Tage, an denen es ihr nicht gut geht, jedoch fühlt sie sich stabil und weiß damit umzugehen. Sie hilft den Bewohnern inneren Stress abzubauen und deren Selbstbewusstsein so zu stärken, dass sie wieder mehr Verantwortung für ihr Leben übernehmen können.
Margit Haars leitet seit fünf Jahren in Bad Laasphe ein Wohnheim der Diakonie Sozialdienste für psychisch beeinträchtigte Menschen. 2013 machte sie die Ex-In-Trainerausbildung um selbst in diesem Bereich lehren zu dürfen. Ein Berater, der Experte aus Erfahrung ist und ein Trainer mit Berufsausbildung und Praxis im psychiatrischen Bereich, bilden in fünf Basis- und sieben Aufbaukursen aus. Diese sind gestaffelt in zwölf Module mit insgesamt 300 Unterrichtsstunden. Ferner zählen zwei Praktika von insgesamt 120 Stunden zum Kursprogramm. Ziel ist es, die Teilnehmer so zu qualifizieren, dass sie als professionelle Begleiter in psychiatrischen Diensten oder als Dozenten eingesetzt werden können. Die Kosten von 2 400 Euro müssen selbst übernommen werden.
Die Ex-In-Weiterbildung wird in Deutschland an 28 Standorten wie Mainz, Frankfurt oder Heidelberg angeboten. Auch in Siegen möchte Margit Haars eine Bildungsstätte aufbauen, die jedoch erst mit ausreichenden Teilnehmern entstehen kann. Die Diakonie Sozialdienste planen dazu in Kooperation mit dem Verein Inklusion durch Experten aus Erfahrung (IdEE) aus Köln ein entsprechendes Projekt.
Kriterien für eine Zusage sind die persönliche Eignung und eine stabile gesundheitliche Situation des Bewerbers.
Wer Interesse an einer Ex-In-Weiterbildung in Siegen hat, kann sich für das nächste Jahr bis 15. Dezember 2015 bewerben. Die Unterlagen gibt es unter www.ex-in.de und sind zu senden an: Diakonie Sozialdienste, Sebastian-Kneipp-Straße 5, 57334 Bad Laasphe.


 
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