Presse & Kommunikation
 Telefonliste
Notruf Polizei
Telefon: 110

Notruf Feuerwehr/Rettungsdienst
Telefon: 112

Giftnotruf NRW
Telefon: 02 28 1 92 40

Telefonseelsorge
Telefon: 08 00 111 0 111

Jung-Stilling-Krankenhaus Wichernstraße 40 57074 Siegen
Postanschrift
Telefon: 02 71 33 3-3 Wichernstraße 40
Telefax: 02 71 33 3-49 96 57074 Siegen

Krankenhaus Bethesda
Postanschrift
Telefon: 0 27 34 2 79-0 Euelsbruchstr. 39
Telefax: 0 27 34 2 79-48 22 57258 Freudenberg

Ev. Krankenhaus Elsey in Hohenlimburg
Postanschrift
Telefon: 0 23 34 9 84-0 Iserlohner Str. 43
Telefax: 0 23 34 9 84-355 58119 Hagen

Krankenhaus Kredenbach
Bernhard-Weiss-Klinik
Postanschrift
Telefon: 0 27 32 2 09-0 Dr. Stelbrink-Str. 47
Telefax: 0 27 32 2 09-498 57223 Kreuztal

  <- Zurück zu: Grußwort 


Widmeten sich gemeinsam mit Christina Rau dem ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und dem Stuttgarter Schuldbekenntnis: (von links) Dirk Hermann (Referent für Freiwilligendienste der Diakonie in Südwestfalen), Victor Mejia, Vegard Labeit, Christina Rau, Oscar Trejo, Prof. Dr. Georg Plasger und Federico Leguizamon.


    




    Diese News

      Druckversion erstellen
      direkt als PDF-Version
    

 
27.10.15

Heinemann-Ausstellung erinnert an persönliche und politische Momente

Ihr Großvater Gustav Heinemann war Bundespräsident und unterzeichnete mit dem Stuttgarter Schuldbekenntnis eines der wichtigsten Schriftstücke im Nachkriegsdeutschland – jetzt kam Christina Rau nach Siegen, um eine Ausstellung über den Sozialdemokraten zu eröffnen. Rau, deren verstorbener Mann Johannes ebenfalls Bundespräsident war, erwies mit ihrem Besuch 90 Freiwilligendienstlern der Diakonie in Südwestfalen eine große Ehre.
Die Veranstaltung wurde von der Diakonie in Südwestfalen in Zusammenarbeit mit dem Ev. Kirchenkreis Siegen als Siegener Forum Soziales organisiert.
Gemeinsam mit Gästen aus Kirche und Politik eröffnete die Politologin in der Siegener Martinikirche die Galerie, in der die Freiwilligen das Leben und Wirken von Gustav Heinemann präsentieren.
„Mich überrascht positiv, dass auch junge Freiwilligendienstler aus dem Ausland so beeindruckt von Heinemann sind, insbesondere von seiner konsequenten Haltung während der NS-Diktatur“, erklärte Dirk Hermann, Referent für Freiwilligendienste der Diakonie in Südwestfalen. Er führte die jungen Erwachsenen schrittweise in Theorie und Praxis an das Thema heran. Er besuchte mit den Projektteilnehmern das Haus der Geschichte und die Villa Hammerschmidt in Bonn sowie die Grabstätte Heinemanns in Essen. Bevor Heinemann Bundespräsident wurde, war er unter anderem Bundesinnenminister, Justizminister in NRW sowie Oberbürgermeister in Essen.
„Es ist eine große Freude für mich, hier in Siegen zu sein und ich bin fast beschämt darüber, wie viel die jungen Menschen über meinen Großvater wissen. Einiges wusste ich selbst bis dato noch nicht“, betonte Rau in ihrer Rede. An ihren Opa erinnerte sie sich noch sehr genau: „Wenn unser Großvater mit uns verstecken spielte, merkte man gar nicht, dass er wichtige Staatsgeschäfte lenkte“. Erst später wurde Rau bewusst, was er politisch bewirkt hat. Heute schätzt sie vor allem, dass Heinemann in seiner Position als Bundesjustizminister dafür gesorgt hat, dass uneheliche Kinder mit in die Gesellschaft integriert werden. Als Bundespräsident lag es ihm und seiner Frau Hilda besonders am Herzen, Menschen mit einer Behinderung den Weg vom Rand in die Mitte der Gesellschaft zu bahnen.
Um den Freiwilligen der Diakonie bei der Realisierung ihres Projektes zu helfen, traf Rau sich mit ihnen in Berlin. In enger Zusammenarbeit skizzierten und planten sie gemeinsam die Ausstellung. Schließlich war auf 19 Schautafeln der politische, private und kirchliche Weg des Politikers dokumentiert.
Mit der Ausstellungseröffnung einher gingen Vorträge über den 70. Jahrestag des Stuttgarter Schuldbekenntnisses. Dieses Dokument unterzeichnete Gustav Heinemann als Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit zehn weiteren Verantwortlichen.
Prof. Dr. Georg Plasger, Dozent für Systematische und Ökumenische Theologie an der Universität Siegen, blickte zurück auf die Zeit, als das Bekenntnis verabschiedet wurde: Am 19. Oktober 1945, knapp ein halbes Jahr nach Kriegsende, bekannte die EKD erstmals eine Mitschuld evangelischer Christen an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Anlass war der Besuch hochrangiger Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), die ihre Hand zur Versöhnung mit den deutschen Christen ausstreckten. Die Veröffentlichung des Textes löste heftige Kontroversen in der EKD und der deutschen Bevölkerung aus, bildete jedoch langfristig den Ausgangspunkt einer Neubesinnung des deutschen Protestantismus. In dem Bekenntnis heißt es unter anderem: „Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“ Mit dem Text öffneten die Autoren der EKD den Weg zu ökumenischer Gemeinschaft und Hilfe für die notleidenden Deutschen.
„Die Erfahrungen aus der Geschichte sollten wir heutzutage als Wegweiser nutzen“, sagte der Siegener Bürgermeister Steffen Mues in seinem Grußwort. „Zwar sind das Stuttgarter Schuldbekenntnis und die Flüchtlingsproblematik nicht gleichzusetzen, jedoch sollten wir wie vor 70 Jahren aufstehen und mit aller Kraft helfen“.
Für die Gustav-Heinemann-Friedensgesellschaft in Siegen sprach Prof. Dr. Ingo Baldermann. Er freute sich darüber, dass junge Leute auf diesem Wege die Gelegenheit hatten, Heinemann kennenzulernen.
Noch bis zum 15. November ist die Heinemann-Galerie in der Ev. Martinikirche zu sehen.


 
Abteilung Presse & Kommunikation
Diakonie in Südwestfalen
 

Ansprechpartner

 
Blazenka Sokolova, B.A.
Volontärin
 
 
0271 333 6571
 

     RSS-Newsfeed

    Hier können Sie die aktuellen
    Meldungen auch als RSS abonieren