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Pflegefall – was nun?

  1. Setzen Sie sich zuerst mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung und informieren Sie die dort angegliederte Pflegeversicherung von der Pflegebedürftigkeit mit einem formlosen Schreiben.
  2. Nach Antragstellung wird der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit Ihnen einen Termin vereinbaren, um durch einen Hausbesuch die Pflegestufe festzustellen. Sofern Sie es schon wissen teilen Sie Ihrer Pflegeversicherung mit, ob Sie zu Hause oder in einer Altenpflegeeinrichtung gepflegt werden möchten.
  3. Führen Sie von nun an ein Pflegetagebuch darüber, bei welchen Verrichtungen geholfen werden muss und wie viel Zeit die Hilfe in Anspruch nimmt. Diese Angaben sind wichtig für die Begutachtung durch den MDK.
  4. Bei der Begutachtung durch den MDK sollten alle Pflegepersonen anwesend sein.
  5. Versuchen Sie einzuschätzen, ob die Pflege längerfristig durch Ihre Angehörigen durchgeführt werden kann. Klären Sie weiter, ob Sie ergänzend oder ausschließlich auf die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes zurückgreifen müssen oder ob die Unterbringung in einer Altenpflegeeinrichtung nötig sein wird.
  6. Bei der Suche eines geeigneten Pflegedienstes oder einer Pflegeeinrichtung können Sie auf die Datenbank der Pflegehilfe zurückgreifen, das über 25 000 Altenpflegeeinrichtungen und Pflegdienste listet.
  7. Sollten Sie weitere Informationen benötigen, können Sie sich über das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit unter
    018 05-99 66-03 (Festpreis 14 ct/Min., abweichende Preise aus Mobilfunknetzen möglich) beraten lassen.

Was ist Pflegebedürftigkeit?

Für die gesetzliche Pflegeversicherung heißt das:

Der Angehörige braucht regelmäßig und auf Dauer Hilfe – voraussichtlich länger als 6 Monate – bei der Körperpflege (z.B. Waschen, Toilettengang), bei der Ernährung (Nahrung anreichen), der Mobilität (Aufstehen, Gehen in der Wohnung) und der hauswirtschaftlichen Versorgung (Einkaufen, Kochen, Putzen). Das bedeutet, dass keineswegs nur alte Menschen pflegebedürftig sein können, sondern auch jüngere durch Unfall, Krankheit oder Behinderung.

Wie wird die Pflegestufe festgelegt?

Zuständig für die Pflegeversicherung ist die Krankenkasse Ihres Angehörigen. Bei dieser stellt Ihr Angehöriger den Antrag. Ein Anruf bei der Krankenkasse Ihres Angehörigen genügt, und es wird Ihnen ein Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung zugeschickt. Beachten Sie, dass Sie nicht automatisch für Ihren Angehörigen unterschreiben dürfen, wenn er dazu nicht in der Lage ist. Tragen Sie sich als familiäre Pflegeperson ein, damit Sie gegebenenfalls weitere Leistungen bekommen (z.B. Rentenbeiträge).

MDK-Begutachtung
Wurde ein Antrag gestellt, meldet sich der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zu einem Besuch in der Wohnung Ihres Angehörigen an. Bei diesem Besuch wird die Pflegebedürftigkeit und die Pflegestufe ermittelt. Sie sollten auf jeden Fall mit anwesend sein und Auskunft geben können. Tragen Sie auf dem Antrag ein, dass der Termin mit Ihnen abgestimmt wird.

Vorbereitung
Auf den Termin sollten Sie sich gut vorbereiten.  Die Einstufung hängt davon ab, wie viele Minuten Ihr Angehöriger täglich für die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung benötigt. Dies sollten Sie akribisch notieren und nichts beschönigen. Ihr Angehöriger darf sich beim MDK-Besuch keinesfalls „zusammenreißen“ und Probleme aus falscher Scham bagatellisieren.

Welche Pflegestufen gibt es und wie werden sie berechnet?

Stufe 1: Erhebliche Pflegebedürftigkeit
Mindestens 90 Min. Zeitaufwand täglich für Pflege und hauswirtschaftliche Hilfe;
davon mindestens 46 Min. für Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität)

Stufe 2: Schwere Pflegebedürftigkeit
Mindestens 3 Stunden Zeitaufwand täglich für Pflege und hauswirtschaftliche Hilfe;
davon mindestens 2 Stunden für Grundpflege

Stufe 3: Schwerste Pflegebedürftigkeit
Pflegebedarf rund um die Uhr (auch nachts), mindestens 5 Stunden;
davon mindestens 4 Stunden Grundpflege

Stufe 3 +: Härtefallregelung
 Die inoffizielle Pflegestufe 3+ gilt für schwerst pflegebedürftige Menschen der Pflegestufe 3, die einen außergewöhnlich hohen Pflegebedarf haben, der das übliche Maß der Pflegestufe 3 bei weitem übersteigt. Voraussetzung für die Anerkennung dieser Pflegestufe ist ein Hilfebedarf von mindestens sieben Stunden täglich, wovon zwei Stunden in der Nacht (22 bis 6 Uhr) liegen müssen. Außerdem ist erforderlich, dass für die Grundpflege auch nachts mehrere Pflegekräfte gleichzeitig hinzugezogen werden, beispielsweise um eine schwergewichtige Person zu lagern.

Auch ohne Pflegestufe Anspruch auf Leistungen
Erst seit einigen Jahren gibt es Leistungen für Pflegebedürftige mit „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“. Eine Pflegestufe ist dafür nicht unbedingt Voraussetzung. Wurde aber eine Pflegestufe anerkannt, können die Leistungen zusätzlich beantragt werden. Ob Anspruch auf den Grundbetrag (1.200 Euro im Jahr) oder den erhöhten Betrag (2.400 Euro) besteht, hängt von den Einschränkungen ab, die der MDK-Gutachter feststellt.

Wie viel Geld zahlt die Pflegekasse bei einer Unterbringung in einer Altenpflegeeinrichtung?

Monatliche Leistungen der Pflegeversicherung bei stationärer Pflege ab 2015
Pflegestufe 1    1 064,- Euro
Pflegestufe 2    1 330,- Euro
Pflegestufe 3    1 612,- Euro
In Härtefällen    1 995,- Euro

Unter welchen Bedingungen zahlt der Sozialstaat für die Pflege?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es sinnvoll sein, einen Sozialhilfeantrag zu stellen. Jeder Mensch, der kein Einkommen hat oder ein Einkommen, das unter einer bestimmten Grenze liegt, hat grundsätzlich Anspruch auf Sozialhilfe. Zu diesen Voraussetzungen zählt ein zu geringes Einkommen, Rente, Arbeitslosigkeit oder der Krankheitsfall bzw. eine eingetretene Pflegebedürftigkeit.
Um bei Pflegebedürftigkeit Unterstützung zu bekommen, muss man beim Sozialamt die Hilfe in besonderen Lebenslagen beantragen. Grundsätzlich besteht Anspruch auf Unterstützung durch das Sozialamt, wenn der Bedarf das Einkommen übersteigt.
Wie hoch der Anspruch ist bzw. ob Anspruch auf Sozialhilfe besteht, muss individuell mit dem zuständigen Sozialamt geklärt werden.
Jeder Mensch hat Anspruch auf Sozialhilfe, wenn er in einer finanziellen Notsituation ist und sich nicht (mehr) selbst helfen kann bzw. auch keine Angehörigen da sind, die finanzielle Hilfen leisten könnten. Zur Antragstellung müssen verschiedene Unterlagen mitgebracht werden, z. B. Personalausweis, Kontoauszüge, Arbeitsnachweise oder ggf. ärztliche Atteste. Auch das sollte direkt beim zuständigen Sozialamt erfragt werden.

Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es?

Sofern der Pflegefall nicht völlig unerwartet eintritt, tut man gut daran, schon beizeiten die wichtigsten Rechtsfragen zu klären, die für eine Pflegesituation relevant sein könnten. Dies kann per Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung geschehen.

Vorsorgevollmacht
In einer Vorsorgevollmacht legt Ihr Angehöriger fest, wer seine Angelegenheiten regeln und Entscheidungen für ihn treffen darf, wenn er dazu nicht mehr in der Lage ist. Es ist sinnvoll, das Papier möglichst detailliert abzufassen. Eine neutrale Person (Arzt, Notar) sollte bezeugen, dass Ihr Angehöriger zum Zeitpunkt der Vollmachterteilung im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist.

Betreuungsverfügung
Wenn ein Pflegefall plötzlich eintritt und keine Vorsorgevollmacht vorliegt, so dürfen Sie keine Rechtsgeschäfte für Ihren Angehörigen abschließen. Das Betreuungsgericht bestellt dann einen gesetzlichen Betreuer. Ihr Angehöriger kann aber vorab schon mit einer Betreuungsverfügung festlegen, dass Sie ihn gesetzlich betreuen sollen, wenn er keine Entscheidungen mehr treffen kann. Daran ist das Betreuungsgericht gebunden.

Patientenverfügung
Mit einer Patientenverfügung kann Ihr Angehöriger festlegen, was medizinisch unternommen werden darf, wenn er nicht mehr ansprechbar oder einwilligungsfähig ist. Er kann zum Beispiel bestimmen, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden sollen.