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Siegener Thoraxzentrum: Im Team gegen den Lungenkrebs

19.04.2017

Informierten rund 50 Ärzte beim Siegener Lungensymposium im Lÿz über aktuelle Diagnose- und Therapiemethoden bei Lungentumoren (von links): Chirurg Dr. Andreas Müller, Pathologin Prof. Dr. Andrea Tannapfel, Anästhesist Dr. Reiner Giebler, Pneumologe Dr. Rainer Grübener, Radiologe Dr. Michael El-Sheik und Nuklearmediziner Privatdozent Dr. Deniz Kahraman.

Diagnostik und Therapie von Lungenkrebs braucht die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Beim Siegener Lungensymposium im Kulturhaus Lÿz haben sich rund 50 Mediziner bei Experten des Diakonie Klinikums über das Siegener Thoraxzentrum informiert. Dazu gehören Ärzte aus den Bereichen Chirurgie, Pneumologie, Anästhesie, Radiologie und Nuklearmedizin. Gastreferentin war Prof. Dr. Andrea Tannapfel, Direktorin des Instituts für Pathologie an der Ruhr-Universität Bochum. Dr. Andreas Müller, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen, führte durch das Programm.

Von Lungenkrebs ist die Rede, wenn innerhalb des Lungengewebes bösartige Neubildungen entstehen. Ursächlich sind unkontrolliert wachsende Zellen aufgrund ausfallender, natürlicher Kontrollmechanismen des Körpers. „Seit den achtziger Jahren erkranken immer weniger Männer neu an Lungenkrebs, während die Zahl bei Frauen ansteigt“, erklärte Pneumologe Dr. Rainer Grübener, Chefarzt für Innere Medizin im Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg. Dies sei darauf zurückzuführen, dass heute mehr Frauen rauchen als früher. Luftnot, blutiger Auswurf, Brustschmerzen, Schluckstörungen oder Atemschwäche sind mögliche Symptome. Suchen Patienten mit solchen Beschwerden einen Arzt auf, macht er eine körperliche Gesamtuntersuchung und erfragt die Krankengeschichte. Besteht der Verdacht auf einen Tumor, kann er per Röntgenaufnahme sichergestellt oder ausgeschlossen werden. Gibt es Hinweise auf ein Tumorgeschehen, ist eine Computertomografie (CT) der nächste Schritt. Damit lässt sich die genaue Lage und Größe der Neubildung bestimmen. Auch können damit Tochtergeschwülste (Metastasen) im Bauch-, Brust- oder Kopfbereich erkannt werden. Ein weiteres Verfahren ist die Magnetresonanztomografie (MRT). In bestimmten Organen, wie dem Gehirn, ist sie besser geeignet als eine CT, um Metastasen zu erkennen. Liegt ein Tumor sicher vor, wird er mit dem sogenannten PET-CT noch genauer dargestellt. Damit lässt sich seine Stoffwechselaktivität mittels schwach radioaktiv markierter Glucose bestimmen. Angeboten wird dieses Verfahren durch das 2014 gegründete PET-CT-Zentrum Siegen am Diakonie Klinikum Jung-Stilling. Dies ist eine Kooperation des Nuklearmediziners Privatdozent Dr. Deniz Kahraman aus der Praxisgemeinschaft Nuklearmedizin Siegen mit dem Radiologischen Zentrum des Diakonie Klinikums. „Das PET/CT ist das derzeit modernste Verfahren, um Krebs zu untersuchen“, erklärte Chefarzt der Radiologie Dr. Michael El-Sheik. Selbst kleinste Organveränderungen werden dabei präzise erkannt. Die Untersuchung unter geringer Strahlenbelastung dauert etwa 20 Minuten.

 

Um Lungenkrebs zu therapieren, kommen Operationen sowie Chemo- und Strahlentherapien in Frage. Für operative Eingriffe gibt es heute gewebeschonende Techniken. Dr. Andreas Müller sprach über die Methoden. Unter Vollnarkose werden entweder der betroffene Lungenlappen entfernt oder Teile eines Lungenlappens entnommen. Wie vorgegangen wird, richtet sich nach Größe und Lokalität des Tumors. Operationen am Brustkorb sind größtenteils auch minimalinvasiv per Kameratechnik möglich. Die am Jung-Stilling-Krankenhaus verfügbare 3D-Technik erweitert die Möglichkeiten. Die Eingriffe erfolgen in der Regel in Seitenlage des Patienten. Dadurch verändert sich seine Atemfunktion. Dr. Reiner Giebler, Chefarzt der Anästhesiologie-, Intensiv- und Notfallmedizin im Diakonie Klinikum Jung-Stilling, sprach über die Beatmungsverfahren. Ein Hilfsmittel, um die Atemwege zu sichern namens Doppellumentubus (DLT) erlaubt es, dass beide Lungenflügel seitengetrennt beatmet werden.

 

Ist die Erkrankung nicht weit fortgeschritten, kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein. Dabei werden gezielt energiereiche Strahlen verabreicht, die nur auf den tumortragenden Körperbereich zielen, um benachbarte Stellen zu schützen. Damit verlieren bösartige Zellen ihre Funktionsfähigkeit und sterben ab. Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs kommt meist eine Chemotherapie zum Einsatz. Patienten erhalten Medikamente, die dafür sorgen sollen, dass Tumorzellen sich nicht weiter teilen.

 

Prof. Dr. Andrea Tannapfel, eine weltweit anerkannte Spezialistin für Tumorerkrankungen, sprach über molekulargenetische Diagnose- und Therapieverfahren. Durch einen Gentest mit einer Blutprobe sei es möglich, Mutationen und Tumorgene nachzuweisen. Forscher arbeiteten derzeit daran, veränderte Gene irgendwann durch gesundes Erbmaterial ersetzen zu können. Die Gentherapie steht zwar noch am Anfang, jedoch könne sich dadurch künftig eine neue Therapieperspektive entwickeln.

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