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Lebensretter trainieren in der Notaufnahme

15.06.2016

Kamera läuft, Ton auch. „Los geht’s“, gibt Christoph Fleischhacker das Signal zum Start. Ein 22-Jähriger liegt schwer verletzt auf einer Trage. Acht Meter ist er in die Tiefe gestürzt, schwebt in Lebensgefahr. Zwölf Menschen in blauer Krankenhauskleidung und mit Röntgenschürzen beginnen, sich um den Patienten zu kümmern. Was sich im Schockraum des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen abspielt, ist nicht der Dreh für eine neue Krankenhausserie, sondern Training für den Ernstfall. Und Christoph Fleischhacker ist nicht etwa Regisseur, sondern Unfallchirurg und Leiter der Zentralen Notaufnahme.

Ein Wochenende lang haben die Notfallteams des Krankenhauses gemeinsam mit der Akademie der Unfallchirurgie aus München trainiert, schwerstverletzte Patienten zu versorgen. Dies geschieht immer in einem Schockraum, der mit besonderer Medizintechnik ausgestattet ist, um schnell Diagnosen stellen und lebenswichtige Körperfunktionen stabilisieren zu können. Was hier während des Trainings passiert, wird in Bild und Ton aufgenommen und analysiert. Mit dem diesem sogenannten Hand over Team Training nimmt das Diakonie Klinikum Jung-Stilling einer Vorreiterrolle in der Region ein. Wie die Piloten in der Luftfahrt, sollen sich Ärzte, Pfleger und Radiologische Assistenten in Simulationen auf fordernde Szenarien vorbereiten. Dabei ist alles wie bei einem echten Notfall, nur der Patient eine hochmoderne Puppe. Und dieser können die Teams nicht nur einen Beatmungsschlauch oder eine Drainage legen, sie reagiert sogar mit Veränderungen der Vitalfunktionen auf die Behandlung. Beispielsweise kann der Blutdruck schwanken oder die Atmung schwächer werden.

Da tritt der Simulationseffekt schnell in den Hintergrund. „Erst war es ungewohnt, aber dann haben wir vergessen, dass es eine Puppe ist“, sagt Fleischhacker. Für ihn ist bei dieser speziellen Fortbildung besonders das wirklichkeitsgetreue Umfeld wichtig. „Kollegen, die ständig zusammenarbeiten, gewohnte Räume, eigenes Material. Alles ist exakt so wie in unserem Alltag, das sind optimale Voraussetzungen, die es nur bei diesem Training gibt.“ Im Fokus stehen Teambildung und Kommunikation, denn um Schwerverletzte kümmern sich gemeinsam sieben Ärzte und fünf Mitarbeiter aus dem sogenannten Funktionsdienst, also unter anderem Pflegekräfte und Röntgenassistenten. Sie müssen Hand in Hand und unter Zeitdruck arbeiten. Das macht eine klare Kommunikation unabdingbar – und gerade hier können schnell kleine Fehler geschehen, die zwar den Patienten nicht akut gefährden, aber Verbesserungspotential bieten. „Bei dem Training geht es darum, unsere Patienten so gut und sicher wie möglich zu versorgen“, erklärt Fleischhacker. „Wir können Fehlerquellen aufdecken und Abläufe optimieren.“

Fünf verschiedene Szenarien haben die Schockraum-Teams im Diakonie Klinikum Jung-Stilling an zwei Tagen geprobt. Die Verletzungen haben dabei die Instruktoren von der Akademie der Unfallchirurgie vorgegeben. „Vom schweren Verkehrsunfall über einen Sturz aus großer Höhe bis hin zur Schuss- und Stichverletzung war alles dabei“, erzählt Dr. Jörn Worbes. Er ist Oberarzt der Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin und zudem als ärztlicher Leiter für den Rettungsdienst des Kreises Siegen-Wittgenstein verantwortlich. „Oft bleibt uns im Schockraum nur eine halbe Stunde, um die lebenswichtigen Funktionen wiederherzustellen, bevor der Patient in den OP-Saal muss“, verdeutlicht der Notarzt. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit als Team zu funktionieren. Im Diakonie Klinikum Jung-Stilling müssen die Teams diese Herausforderung in der Notaufnahme täglich meistern. Denn das Krankenhaus ist als Traumazentrum zertifiziert und auf schwerstverletzte Patienten spezialisiert.

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