24 Stunden für Sie da

Zentrale Notaufnahme Kontakt und Informationen

Unsere Leistungen

Krankenhäuser und Praxen zu den Fachärzten

Termine im Überblick

Vorträge, Feste & Fortbildungen zum Veranstaltungskalender

Magen-Darm-Probleme noch besser lösen

07.12.2016

Bei einem ärztlichen Symposium des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen informierten sich über 70 Teilnehmer in der Siegerlandhalle über neue Therapieverfahren bei Krankheiten des Magen-Darm-Trakts.

Um Sodbrennen, Schluckbeschwerden und Milchzucker-Unverträglichkeiten noch besser zu behandeln, haben fünf Experten aus Siegen, Wiesbaden, Mainz und Krefeld vor über 70 Teilnehmern in der Siegerlandhalle über neue Therapieverfahren von Krankheiten des Magen-Darm-Trakts informiert und sich mit den Besuchern ausgetauscht. Veranstalter des ärztlichen Symposiums war das Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen.

Beim Verzehr von Nahrung und Flüssigkeit sorgt ein muskulärer Verschlussmechanismus am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen dafür, dass er sich beim Schlucken öffnet und danach wieder schließt. Ist der Schließmuskel jedoch geschwächt, kann saurer Magensaft in die untere Speiseröhre gelangen. Sodbrennen, saures Aufstoßen und ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein sind Folgen ─ Ärzte sprechen von Reflux. Die Beschwerden können medikamentös mit sogenannten Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) gelindert werden. „Die PPI sollten immer vor der Mahlzeit eingenommen werden“, sagte Prof. Dr. Joachim Labenz, Chefarzt der Medizinischen Klinik im Diakonie Klinikum Jung-Stilling. Helfen sie nicht, sind Extrakte aus Braunalgen (Alginate) die Alternativen. „Bringt beides nicht den gewünschten Erfolg, können die Medikamente kombiniert eingenommen werden“, so der Chefarzt. Hilft auch das nicht, kann eine Operation sinnvoll sein. Mit einer neuen Methode, der Implantation eines Schrittmachers, stimulieren elektrische Impulse den Schließmuskel und stellen seine normale Funktion wieder her. Mit diesem Verfahren hat das Refluxzentrum Siegerland in den letzten zwei Jahren weltweit die meisten Erfahrungen gesammelt. Bei einer klassischen Anti-Reflux-Operation konstruieren Chirurgen aus der Magenwand eine Manschette, die den Rückfluss in die Speiseröhre verhindert (Fundoplikatio). Welches Verfahren gewählt wird, entscheiden Ärzte individuell nach umfassender Diagnostik.
Ist der Schluckakt gestört, weil der untere Speiseröhrenschließmuskel nicht erschlafft, kommt es zu einem Aufstau von Nahrungsbrei in der Speiseröhre. Mediziner sprechen von Achalasie. Die Krankheit kann durch eine falsche Reaktion des Immunsystems entstehen oder genetisch bedingt sein. Die Beschwerden können gelindert werden, indem die Muskulatur endoskopisch gedehnt oder getrennt wird. Außerdem kann die sogenannte endoskopische Myotomie (POEM) helfen. „Mit der Methode, die bei einer Magenspiegelung unter Narkose durchgeführt wird, spalten Ärzte die erkrankte Muskulatur der Speiseröhre von innen“, erklärte Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Wiesbaden. So kann die Schluckfunktion verbessert werden.
Ein häufig auftretendes Problem mit dem Magen-Darm-Trakt ist die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktoseintoleranz), unter der in Deutschland etwa jeder Siebte leidet. Schuld ist die Laktose, ein in Milchprodukten enthaltener Milchzucker. Dieser wird im Dünndarm Betroffener nicht aufgespalten, da dort ungenügend Laktase (ein Enzym) gebildet wird. So gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm. Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall können Folgen sein. „Diagnostizieren lässt sich die Unverträglichkeit mit einem Wasserstoffatemtest“, sagte Prof. Dr. Thomas Frieling, Direktor der Klinik für Innere Medizin im Helios Klinikum Krefeld. Dabei trinken Patienten in Wasser aufgelösten Milchzucker und atmen in ein Testgerät. Steigt der Anteil an Wasserstoff in der Ausatemluft an, besteht eine Milchzuckerunverträglichkeit. Wer bereits kleine Mengen an Milchprodukten nicht verträgt, muss unter anderem auf Vollmilch, Schlagsahne, Quark und Pudding verzichten. Alternativ kann zu laktosefreien Produkten gegriffen werden.
Eine noch weiter verbreitete Krankheit ist die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, von der jeder Vierte in Deutschland betroffen ist. Die Krankheit entsteht, wenn der Körper mehr Fette bildet oder erhält als er abbauen kann. Wesentliche Ursachen: Übergewicht und Diabetes mellitus. Schlimmstenfalls kann es zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) kommen. Diagnostiziert wird mit einem Ultraschall und einer Blutanalyse. „Bei der Therapie ist eine Gewichtsabnahme maßgebend. Lebensmittel mit hohem Anteil an zugesetztem Zucker sollten gemieden werden“, sagte Privatdozent Dr. Jörn Schattenberg, Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz. Eine medikamentöse Therapie sei schwierig. Empfehlenswert sind Vollkornprodukte, Pflanzenöl statt Butter und regelmäßiger Sport.
Eine Besonderheit stellen Magen-Darm-Beschwerden dar, wenn bei der Therapie mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berücksichtigt werden müssen. Styliani Tsafaraki, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling, beleuchtete den Fall eines Patienten, dessen Darmschleimhaut durch ein blutdrucksenkendes Medikament lebensbedrohlich zerstört war. Dank gründlicher Suche in der Weltliteratur wurde der Zusammenhang aufgedeckt und die Gesundheit des Verdauungstraktes wiederhergestellt.

NotrufChatHome

Feuerwehr/Rettungsdienst: 112

Polizei: 110

Zentrale Notaufnahme: 02 71 3 33 45 13

Giftnotruf NRW: 02 28 1 92 40

Telefonseelsorge: 08 00 111 0 111