24 Stunden für Sie da

Zentrale Notaufnahme Kontakt und Informationen

Unsere Leistungen

Krankenhäuser und Praxen zu den Fachärzten

Termine im Überblick

Vorträge, Feste & Fortbildungen zum Veranstaltungskalender

Gefahren im Blut: Hoher Zucker- und Fettgehalt

12.12.2016

Die Kardiologen (von rechts) Dr. Werner Meyners und Dr. Dursun Gündüz sowie Günter Nöll von der Deutschen Herzstiftung widmeten sich bei einem Infoabend im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen den Ursachen von Herzkrankheiten.

Mehr Fisch essen, sich regelmäßig bewegen, klug mit Stress umgehen, das Rauchen einstellen ─ so kann hohen Cholesterinwerten, Diabetes und Bluthochdruck, die Auslöser für Herzbeschwerden schlechthin, vorgebeugt werden. Im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen sind in Kooperation mit der Deutschen Herzstiftung maßgebende Risikofaktoren, Folgen und Therapiemöglichkeiten von Herzkrankheiten erläutert worden. Dr. Werner Meyners, Oberarzt der Inneren Medizin, und Privatdozent Dr. Dursun Gündüz, Sektionsleiter der Kardiologie, gaben Tipps für eine gesunde Lebensweise.

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht, indem sich unter anderem Fett an den Gefäßwänden ablagert. Dadurch verengen sich die Arterien. „Sind die Blutfettwerte zu hoch und Blutgefäße nicht mehr oder kaum noch durchgängig, kann im schlimmsten Fall ein Herzinfarkt entstehen“, sagte Meyners. Cholesterin, eine fettähnliche Substanz, stellt der Körper zu rund 80 Prozent vor allem in der Leber her und nimmt es zusätzlich mit der Nahrung auf. Es ist am Aufbau der Zellwände sowie an Stoffwechselvorgängen beteiligt. Damit Cholesterin als Energielieferant im Blut transportiert werden kann, verbindet sich das Fett mit Eiweißstoffen. Diese gibt es in zwei Formen: LDL und HDL. Das, was als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet wird, ist das „Low Density Lipoprotein“ (LDL). Ist davon zu viel im Blut, kann es sich an den Gefäßwänden einlagern. Das „gute Cholesterin“ nennt sich „High Density Lipoprotein“ (HDL). Dieses liefert überflüssiges Fett zur Leber, wo es abgebaut wird ─ die Blutgefäße werden geschützt. Während der HDL-Wert hoch sein darf, sollte das LDL-Cholesterin niedrig sein. Um sich die Unterschiede besser zu merken, gab Meyners den Tipp: „LDL ist das Lass-das-lieber-Cholesterin und HDL das Hab-dich-Lieb-Cholesterin.“ Wer seinen LDL-Wert gering halten möchte, sollte zu Fisch greifen. In ihm stecken gute Fette, so genannte Omega-3-Fettsäuren. Meyners riet zu mindestens einer Fischmahlzeit pro Woche sowie zu Mandeln, Gemüse, Obst, Oliven-, Raps- und Leinöl. Gemieden werden sollten Wurstwaren, Butter, Fertiggerichte, Palmöl sowie fettreiche Milch- und Käseprodukte.

Erhöhte Blutfette und Bluthochdruck liegen oft gemeinsam vor. Ist der Blutdruck zu hoch, müssen die Gefäße einem höheren Druck standhalten, wodurch Risse in der Gefäßinnenhaut entstehen können. „Patienten mit Bluthochdruck animieren wir zu Therapiebeginn stets dazu, ihren Lebensstil zu ändern“, so Gündüz. Gemeint ist, gesund zu essen, sich mehr zu bewegen, das Rauchen einzustellen sowie Stress und Übergewicht abzubauen. Um den Blutdruck richtig zu bestimmen, riet Gündüz: „Vor jedem Messen fünf Minuten ruhen, die Manschette in Herzhöhe anbringen, nacheinander an beiden Armen messen und am höheren Wert orientieren.“ Ein optimaler Blutdruck beträgt 120/80 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule), bis zu 129/84 mmHg wird als normal betrachtet. Bedenklich sind Werte von 179/109 mmHg, gefährlich wird es, wenn die Werte höher liegen. Kommt außerdem ein krankhaft gestörter Zuckerstoffwechsel (Diabetes) hinzu, ist das Herz zusätzlich gefährdet.

Zucker (Glukose) gewinnt der menschliche Körper aus der Nahrung. Damit Glukose in die Zellen gelangt, wo es in Energie umgewandelt wird, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Bei Diabetikern ist diese Funktion gestört. Dabei gibt es die zwei Krankheitsformen Typ-1-Diabetes und der häufiger auftretende Typ 2. Bei letzerem befindet sich zu viel Glukose im Blut, da das Insulin nicht richtig wirkt. Die Risikofaktoren: Übergewicht und Bewegungsmangel. Im Laufe der Zeit kann die Insulinproduktion sogar nachlassen, weshalb sich manche Typ-2-Diabetiker das Hormon spritzen müssen. „Diese Patienten haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Deshalb sollten sie auf eine Herzkrankheit untersucht werden“, so Gündüz. Typ 1 beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter, ist genetisch bedingt oder entsteht durch schwere Infektionen und Operationen. Dabei ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, Insulin zu produzieren. Die Folge: ein stark erhöhter Blutzuckerspiegel. Um das fehlende Insulin zu ersetzen, müssen Betroffene das Hormon oft lebenslang spritzen. Wie beim Cholesterin und Bluthochdruck gilt: Ein geänderter Lebensstil kann helfen ─ fünf Mal pro Woche je 30 Minuten joggen, wandern, spazieren, schnell gehen oder schwimmen.

Als häufigste und vermeidbarste Todesursache gilt das Rauchen. „Damit aufzuhören lohnt sich, denn bereits nach 20 Minuten sinkt der Blutdruck auf ein normales Niveau, nach zwei Wochen verbessert sich die Kreislauffunktion und nach einem Monat nehmen Husten und Kurzatmigkeit ab“, erklärte Meyners.

NotrufChatHome

Feuerwehr/Rettungsdienst: 112

Polizei: 110

Zentrale Notaufnahme: 02 71 3 33 45 13

Giftnotruf NRW: 02 28 1 92 40

Telefonseelsorge: 08 00 111 0 111