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Darmkrebs muss kein Schicksal sein

07.03.2017

Informierten vor 100 Besuchern über Darmkrebs und wie man diesen verhindern kann (von links): Oberarzt Dr. Ali Kartal, Ernährungsexpertin Dr. Gisela Labenz und Chefarzt Professor Dr. Joachim Labenz.

Jeden Tag sterben weltweit so viele Menschen an Darmkrebs, als würden täglich drei vollbesetzte Jumbojets abstürzen. Mit geringem Aufwand lässt sich diese Zahl deutlich reduzieren. Das haben drei Mediziner vor 100 Besuchern bei der Infoveranstaltung „Darmkrebs – schicksalhaft oder vermeidbar“ im Hörsaal des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen belegt.

Der Schlüssel gegen die tückische und tödliche Krankheit ist einfach: Vorsorge und eine gesunde Lebensweise. Das bedeutet, wer sich gesund und ausgewogen ernährt, sich regelmäßig an der frischen Luft bewegt und sich ab einem bestimmten Alter vorsorglich untersuchen lässt, gibt dem Krebs kaum eine Chance, sich zu bilden oder schlimme und tödliche Folgen auszulösen. Neun von zehn Darmkrebserkrankungen könnten so verhindert werden.

„Darmkrebs ist der einzige Krebs, der durch Vorsorge vermieden werden kann“, hob Prof. Dr. Joachim Labenz, Chefarzt und Direktor Innere Medizin, die Früherkennung hervor. Darmkrebs entsteht über gutartige Vorstufen, sogenannte Polypen. Dabei handelt es sich um Wucherungen in der Darmschleimhaut. Weil Darmkrebs in frühen Stadien in der Regel keine Beschwerden verursacht, ist es wichtig, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Darmpolypen können während einer Darmspiegelung (Koloskopie) frühzeitig entdeckt und direkt entfernt werden – bevor sie entarten. Die Koloskopie erhalten Patienten ab dem 55. Lebensjahr kostenlos. Die Untersuchung, bei der Patienten im Schlaf nichts mitbekommen, dauert in der Regel 20 Minuten. Ab dem 50. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen einen Test auf okkultes Blut im Stuhl – ein weiterer möglicher Hinweis für Darmkrebs. „Leider werden die heutigen Möglichkeiten der Vorsorge bei weitem nicht ausgeschöpft. Das Angebot nutzen nur 16 Prozent“, sagte Labenz. Darmkrebs gehe schließlich jeden etwas an, so der Experte. Weil auch immer mehr Menschen in jüngeren Jahren an Darmkrebs erkranken, forderte der Mediziner, das Alter für die gesetzliche Vorsorge zu senken.
Dass die Darmspiegelung derzeit als das sicherste Verfahren gilt, um Darmkrebs und seine Vorstufen aufzuspüren, machte Dr. Ali Kartal, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, in seinem Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen der modernen endoskopischen Therapie“ deutlich. Während einer Darmspiegelung kann der Arzt über ein Endoskop jeden Winkel des Darms untersuchen und auffällige Stellen direkt entfernen. Dafür führt der Gastroenterologe einen fingerdicken Schlauch – Endoskop – über den After ein. Das Endoskop ist mit einer Kamera und einem Kanal für Instrumente ausgestattet. „Die endoskopische Untersuchung wird ambulant durchgeführt. Der Vorteil: Der Eingriff ist schonend, es sind keine Hautschnitte nötig und Patienten können schnell wieder nach Hause“, erklärte Kartal.
65 Tonnen Nahrung und 50 000 Liter Flüssigkeit – im Laufe eines durchschnittlichen Lebens hat der Darm jede Menge zu verarbeiten. Umso behutsamer sollte der Mensch mit seinem „Zentrum der Immunabwehr“ umgehen. Dass damit ein jeder sofort beim Essen und Trinken anfangen kann, verdeutlichte Ernährungsspezialistin Dr. Gisela Labenz, denn: „Jede 5. Krebserkrankung lässt sich durch richtige Ernährung verhindern.“ So könnten moderate Veränderungen von Essgewohnheiten und Lebensstil zwei Drittel aller Darmkrebserkrankungen abwenden, so die Expertin. Zu den Risikofaktoren zählen starkes Übergewicht und der Verzehr von mehr als 500 Gramm rotem Fleisch pro Woche – wobei dieses weder geräuchert noch gepökelt sein sollte. Schlechte Nachrichten gibt es auch für Raucher: Zigaretten erhöhen das Risiko Polypen und Krebs zu entwickeln. Alkohol sollte, wenn überhaupt, nur in Maßen getrunken werden, denn größere Mengen schädigen die Darmschleimhaut. Wer sein Darmkrebsrisiko wirksam senken möchte, sollte ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen und sich vor allem körperlich bewegen. „Täglich 30 Minuten moderater Ausdauersport ist gut für die Verdauung, Aktiviert das Immunsystem, reduziert das Körpergewicht und senkt das Krebsrisiko.“

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